Tschechien erwägt Lieferung von Militärmaterial an Ukraine

Die neue tschechische Regierung will der Ukraine angesichts der eskalierenden Situation an den Grenzen zu Russland helfen. [Shutterstock / Bumble Dee]

Die neue tschechische Regierung will der Ukraine angesichts der eskalierenden Situation an den Grenzen zu Russland helfen, sagte Verteidigungsministerin Jana Černochová in einem Interview mit der Tageszeitung Hospodářské noviny.

In dem Interview bestätigte Černochová, dass die Tschechische Republik bereit sei, militärisches Material nach Kiew zu schicken oder zu verkaufen. Der Ministerin zufolge sollte die Lieferung von Waffen oder Munition an die Ukraine mit anderen Ländern koordiniert werden, darunter die Visegrad-Länder, Deutschland, Österreich oder die baltischen Staaten.

„Die Tschechische Republik steht historisch, politisch und bündnispolitisch an der Seite der Ukraine. Wenn die Ukraine Hilfe braucht, werden wir unser Bestes tun, um zu helfen“, sagte die Ministerin.

Wie Hospodářské noviny berichtet, verhandelt die Verteidigungsministerin derzeit mit dem tschechischen Armeechef Aleš Opata über den möglichen Bedarf der Ukraine. Außerdem wird der Chef der ukrainischen Streitkräfte, General Valery Zaluzhnyj, in Kürze in Prag erwartet.

Gleichzeitig wird die tschechische Armee Ende Februar oder Anfang März sechs Angehörige ihrer Spezialeinheiten zu einer gemeinsamen Übung „Silver Sabre 2022“ in die Ukraine entsenden. Die Übung findet im Rahmen des NATO-Plans zur Stärkung der ukrainischen Streitkräfte statt.

„Die Beteiligung der tschechischen Spezialeinheiten an der Übung Silver Sabre 2022 wird seit einiger Zeit vorbereitet und ist daher keine unmittelbare Reaktion auf die derzeitige eskalierte Situation“, so der Sprecher des Verteidigungsministeriums gegenüber EURACTIV.cz.

Die USA und das Vereinigte Königreich haben bereits beschlossen, Waffen an die Ukraine zu liefern.

Deutschland hat es jedoch abgelehnt, sich ihnen anzuschließen. Ein solcher Schritt könne die Spannungen in der Region erhöhen und die Verhandlungen mit Russland erschweren.

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