Tschechien entsendet wegen Antisemitismus keine Delegation zur Antirassismus-Konferenz

Der tschechische Außenminister Jakub Kulhanek. [EPA-EFE/JOHANNA GERON]

Tschechien wird an der diesjährigen UN-Konferenz gegen Rassismus im September 2021 in New York nicht mit einer eigenen Delegation vertreten sein. 

„Ich habe diese Entscheidung aufgrund historischer Bedenken bezüglich des Antisemitismus und des Missbrauchs dieser Plattform für Angriffe gegen Israel getroffen,“ erklärte der tschechische Außenminister Jakub Kulhánek. Er fügte hinzu, sein Land werde dennoch weiterhin gegen Rassismus und Diskriminierung kämpfen.

Mit der sogenannten Durban-Konferenz wird der 20. Jahrestag der Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz und die Verabschiedung der Erklärung und des Aktionsprogramms von Durban begangen.

Österreich und die Niederlande haben bereits beschlossen, die Veranstaltung zu boykottieren, erinnert die tschechische News-Website iRozhlas.

Kulhánek gab seine Entscheidung am Montag in Brüssel bekannt, wo er sich mit seinen EU-Kolleg:innen und dem israelischen Außenminister Yair Lapid traf. Laut dem tschechischen Minister unterstütze ein großer Teil der EU-Länder eine verstärkte Zusammenarbeit mit Israel.

Er drängte außerdem darauf, den EU-Israel-Assoziationsrat wieder ins Leben zu rufen, der seit 2012 keine formelle Sitzung mehr abgehalten hat. „Wir sollten den Rat aktivieren, weil dies ein Weg ist, um die Beziehungen insbesondere im Bereich des Handels, der Investitionen und der Forschung zu verbessern, was ein enormes Potenzial für die Zusammenarbeit der EU und Israels hat,“ so Kulhánek.

Subscribe to our newsletters

Subscribe