Trumps Russland-Affäre erreicht Ex-Ukip-Chef Farage

Nigel Farage ist einer der prominentesten Vertreter der Bewegung, die sich für den EU-Austritt Großbritanniens einsetzt. Im US-Wahlkampf unterstützte er Trump. [Foto: EP]

Der britische Brexit-Befürworter Nigel Farage gerät laut einem Medienbericht im Zusammenhang mit der Russland-Affäre von US-Präsident Donald Trump ins Visier des FBI.

Der frühere Ukip-Chef Farage sei für die amerikanischen Ermittler eine „Person von Interesse“, berichtete der „Guardian“ am Donnerstag unter Berufung auf anonyme Informanten. Er sei aber weder Verdächtiger noch Ziel der Untersuchung. Auch werde ihm kein Fehlverhalten vorgeworfen.

Die US-Bundespolizei sei auf den Rechtspopulisten wegen dessen Beziehungen zu Trump und zum Gründer des Enthüllungsportals WikiLeaks, Julian Assange, aufmerksam geworden. Farage wies den Bericht zurück. Er bezweifle, eine „Person von Interesse“ zu sein, da er keine Verbindungen nach Russland habe.

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Dem Bericht zufolge taucht Farages Name bei den Ermittlungen immer wieder auf. Wenn man Verbindungen zwischen Russland, WikiLeaks, Assange und dem Trump-Lager ziehe, komme Farage auf die meisten Treffer. Er stecke in diesen Beziehungen „mittendrin“, und ihm bekomme sehr viel Aufmerksamkeit.

Farage erklärte auf Twitter, er habe zum Lesen des „Guardian“-Artikels sehr lange gebraucht, da ihn diese „fake news“ so sehr zum Lachen gebracht habe. „Dieser hysterische Versuch, mich mit dem Putin-Regime in Verbindung zu bringen, ist ein Ergebnis davon, dass die liberale Elite unfähig ist, den Brexit und Trump zu akzeptieren.“

Farage ist einer der prominentesten Vertreter der Bewegung, die sich für den EU-Austritt Großbritanniens einsetzt. Im US-Wahlkampf unterstützte er Trump. Er traf den Republikaner kurz nach dessen Sieg in New York und war im Januar bei der Amtseinführung. Assange traf er im März in der ecuadorianischen Botschaft in London. Dort lebt der Australier aus Furcht vor einer Festnahme seit fünf Jahren.

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Das FBI und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob Russland im Präsidentschaftswahlkampf 2016 zugunsten Trumps mitmischte und ob es Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und der russischen Vertretern gab. Trump und seine Berater haben solche Absprachen dementiert, ebenso die Regierung in Moskau.

Die US-Geheimdienste sind überzeugt, dass die russische Führung mit Hackerangriffen und Propaganda versuchte, Trump im Wahlkampf zu helfen. Nach Angaben des von Trump eingesetzten CIA-Chefs Mike Pompeo nutzte der russische Militärgeheimdienst WikiLeaks, um von Computern der Demokraten erbeutetes Material zu verbreiten und so Trumps Rivalin Hillary Clinton zu schaden.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte am Donnerstag, Cyberangriffe „patriotisch“ gesinnter Russen auf andere Länder seien theoretisch durchaus möglich. Der russische Staat selbst sei jedoch in solche Aktivitäten nicht verwickelt und habe dies auch nicht vor. „Ganz im Gegenteil: Wir versuchen, das in unserem Land zu bekämpfen.“

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