Trump reagiert auf Kritik in der Heimat

US-Präsident Donald Trump gerät zunehmend in Bedrängnis. [EPA-EFE/GEERT VANDEN WIJNGAERT / POOL]

Vor seiner Europareise twitterte der US-Präsident, das Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin werde womöglich der einfachste Termin. Die Annäherung an Moskau sorgt nun für Scherereien in der Heimat. Trump rudert zurück.

„Beschämend“ und „schwach“ sei Trumps Auftritt in Finnlands Hauptstadt Helsinki gewesen. Manche sprachen gar von Verrat. Besonders scharf kritisiert wurde, dass Trump ein klares Bekenntnis zu den Befunden seiner eigenen Geheimdienste zu den russischen Cyberattacken vermieden. Vielmehr attackierte er die US-Bundespolizei und die frühere US-Regierung und machte sogleich deutlich, dass er Putins Ausführungen für überzeugend halte: Der Kreml-Chef sei in seinem Dementi „extrem stark und kraftvoll“ gewesen, lobte Trump.

Trump hat die NATO stärker gemacht – meint Trump

US-Präsident Donald Trump gab bekannt, er habe seinen NATO-Verbündeten Zusagen über weitere Verteidigungsausgaben abringen können, wodurch die NATO „viel, viel stärker“ geworden sei.

Der einflussreiche US-Senator John McCain sprach gar  von einem „Tiefpunkt in der Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft“. Noch nie habe sich ein US-Präsident derart „vor einem Tyrannen selbst erniedrigt“. Dieser Tyrann ist Wladimir Putin. Naja, McCain ist für markige Worte nicht weniger berüchtigt wie der US-Präsident selbst. Doch der Senator ist bei Weitem nicht der einzige Kritiker in den eigenen Reihen. So gab der ebenfalls republikanische Senator James Flake an, er habe nie geglaubt, den Tag zu erleben, an dem ein US-Präsident „die USA für russische Aggressionen verantwortlich“ mache.

Noch deutlicher war die Kritik der Opposition: Der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, bezeichnete Trumps Gipfel-Auftritt als „gedankenlos, gefährlich und schwach“. Der demokratische Abgeordnete Jimmy Gomez warf Trump vor, das eigene Land an Russland zu „verkaufen“. Sein Versäumnis, die USA zu verteidigen, stehe „am Rande des Hochverrats“.

Positiver waren die Reaktionen aus Deutschland, dem Trump jüngst noch bescheinigte ein „gefangener Russlands“ zu sein. So mahnte Bundesaußenminister Heiko Maas nach dem Gipfel eine weitere diplomatische Annäherung zwischen Trump und Putin an. Es sei wichtig, „dass die USA und Russland miteinander reden“, sagte er. „Wir können uns in Syrien, in der Ukraine, bei Rüstungskontrolle und Abrüstung keine Sprachlosigkeit zwischen Washington und Moskau leisten.“

Trump selbst verteidigte die Annäherung. Die beiden größten Atommächte der Welt könnten sich nicht nur mit der Vergangenheit befassen, erklärte er auf Twitter. Sie müssten miteinander zurechtkommen. Es gehe um eine bessere Zukunft.

Später bekannte sich Trump allerdings auch zu seinen Geheimdiensten. „Lassen sie mich völlig klar sein: (…) Ich akzeptiere die Schlussfolgerung unserer Geheimdienstgemeinde, dass Russlands Einmischung in die Wahl 2016 stattgefunden hat“, sagte er in Reaktion auf die Kritik. In Helsinki will er sich „versprochen“ haben.

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