„Grönland steht nicht zum Verkauf“ und Trump schmollt

Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen (re.) und der grönländische Premierminister Kim Kielsen (li.) von der Naalakkersuisut (Regierung von Grönland) veranstalten am 19. August 2019 in Nuuk, Grönland, eine gemeinsame Pressekonferenz. [MADS CLAUS RASMUSSEN/EPA-EFE]

US-Präsident Donald Trump hat einen für Anfang September geplanten Besuch in Dänemark abgesagt, nachdem die dänische Premierministerin seine Idee, Grönland zu kaufen, zurückgewiesen hatte.

„Dänemark ist ein ganz spezielles Land mit unglaublichen Menschen, aber basierend auf den Kommentaren von Premierministerin Mette Frederiksen, dass sie kein Interesse daran hat, über den Kauf von Grönland zu diskutieren, werde ich unser in zwei Wochen geplantes Treffen um ein weiteres Mal verschieben,“ erklärte Trump in einem Tweet.

„Die Premierministerin konnte durch ihre Direktheit viel Aufwand und Mühe sowohl für die Vereinigten Staaten als auch für Dänemark sparen. Ich danke ihr dafür und freue mich darauf, den Termin in die Zukunft zu verlegen!“

Ein Regierungsbeamter des Weißen Hauses teilte offiziell mit, dass Trump den Besuch vom 2. auf den 3. September in Dänemark, einem NATO-Verbündeten, abgesagt habe. Trump wollte bei dem Treffen in Kopenhagen mit Frederiksen, die ihr Amt im Juni antrat, und dem grönländischen Premierminister Kim Kielsen über die Arktis sprechen.

Er wird am 31. August zu einem Besuch in Polen erwartet.

Grönland steht „nicht zum Verkauf“

Frederiksen sagte am Sonntag, die Idee, Grönland an die Vereinigten Staaten zu verkaufen, sei „absurd“, nachdem ein Wirtschaftsberater von Trump das Interesse der USA am Kauf der größten Insel der Welt bestätigt hatte.

„Grönland steht nicht zum Verkauf. Und Grönland ist nicht dänisch. Grönland gehört Grönland. Ich hoffe sehr, dass dies nicht ernst gemeint ist,“ betonte Frederiksen gegenüber der Zeitung Sermitsiaq bei einem Besuch auf der Insel.

Trump bestätigte gegenüber der Presse am Sonntag, dass er kürzlich über die Möglichkeit des Kaufs von Grönland, einem autonomen dänischen Gebiet, gesprochen habe, wobei ein solcher Schritt aber keine unmittelbare Priorität sei.

„Das Konzept ist aufgekommen und… strategisch ist es interessant“, sagte Trump gegenüber Journalisten in Morristown, New Jersey.

Ein Verteidigungsvertrag zwischen Dänemark und den Vereinigten Staaten aus dem Jahr 1951 gibt den USA derweil die militärischen Rechte an der Thule Air Base in Nordgrönland. 

Trumps Interesse am Kauf von Grönland wurde weitgehend mit Ungläubigkeit und Humor aufgenommen. Lars Lokke Rasmussen, der kürzlich als dänischer Premierminister zurückgetreten ist. schrieb vergangene Woche auf Twitter: „Das muss ein Aprilscherz sein.“

Am Montag hat Trump ein Bild eines goldenen Trump-Towers gepostet, der über einer Reihe von Häusern auf der arktischen Insel hervorragt, und schrieb: „Ich verspreche, das nicht mit Grönland zu tun!“

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