Trump bricht mit Bannon

Sicherheitsberater Michael Flynn und Bannon im Gespräch mit Trump. [EPA/PETE MAROVICH / POOL]

US-Präsident Donald Trump hat mit seinem Chef-Strategen Steve Bannon nach schweren Vorwürfen in der Russland-Affäre endgültig gebrochen.

“Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun. Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, er hat seinen Verstand verloren”, sagte Trump am Mittwoch. Er reagierte mit der Presseerklärung auf Zitate Bannons, die in einem in Kürze erscheinedenen Buch des Journalisten Michael Wolff auftauchen. Darin bezeichnet Bannon ein Treffen von Trumps ältesten Sohn Donald Trump Jr. und Schwiegersohn Jared Kushner mit einer russischen Anwältin während des US-Präsidentschaftswahlkampfes 2016 als Verrat und unpatriotisch.

Bannon galt als Rechts-Außen-Architekt der nationalistisch ausgerichteten Kampagne Trumps und treibende Kraft hinter umstrittenen Entscheidungen wie dem Einreisestopp für Bürger aus mehreren muslimischen Ländern. Wenige Monate vor der Präsidentenwahl im November 2016 wurde er Trumps Wahlkampfleiter und anschließend Chefstratege im Weißen Haus. Im August kam der Rückzug, nachdem interne Spannungen und Machtkämpfe zunahmen. Trump traf sich danach jedoch weiter privat mit Bannon. Auch damit dürfte nun Schluss sein.

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Bannon habe “sehr wenig” mit dem Sieg bei der Präsidentenwahl zu tun gehabt, sagte Trump. “Steve repräsentiert nicht meine Basis. Es geht ihm nur um sich selbst.” Während seiner Zeit im Weißen Haus habe er falsche Informationen an die Medien gegeben, um sich selbst viel wichtiger zu machen als er gewesen sei. “Das ist das einzige, was er gut macht.”

Anlass für Trumps Erklärung sind Äußerungen Bannons, die aus Wolffs Buch “Fire and Fury: Inside the White House” vorab von Medien zitiert wurden. Er bezieht sich dabei auf das Treffen von Trumps Sohn und Schwiegersohn sowie des damaligen Wahlkampfleiters Paul Manafort mit einer russischen Anwältin im Trump Tower im Juni 2016. Dabei sollen dem Trump-Team schädigende Informationen über Trumps Gegenkandidatin Hillary Clinton in Aussicht gestellt worden sein. Bannon sagte, seiner Meinung nach sei dies verräterisch und unpatriotisch gewesen und man hätte sofort das FBI informieren müssen. Auch sei er sich sicher, dass “Don Jr.” die Russen anschließend ins Büro seines Vaters geführt habe. Das Treffen gilt als einer der bislang konkretesten Hinweise dafür, dass es womöglich Absprachen zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam gegeben haben könnte.

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