Treffen mit Trump: Juncker soll „Ehre“ der EU retten

Sind sich in Handelsfragen selten einig: US-Präsident Donald Trump (l.) und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. [Felipe Trueba/ EPA]

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, wird am kommenden Mittwoch (25. Juli) im Weißen Haus mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen, um die angespannten Beziehungen zwischen den transatlantischen Verbündeten wieder zu verbessern.

Trump und Juncker werden sich „auf die Verbesserung des transatlantischen Handels und den Aufbau einer stärkeren Wirtschaftspartnerschaft konzentrieren“, so die EU-Kommission in einer Erklärung. Die beiden würden auch Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik, der Terrorismusbekämpfung und der Energiesicherheit erörtern.

Juncker wird insgesamt nicht einmal 24 Stunden in Washington verbringen, erklärten EU-Quellen gegenüber EURACTIV.

Voraussichtlich werde keiner der beiden Führer nach dem Treffen eine Pressekonferenz abhalten. Stattdessen solle es nur ein kurzes Statement für Journalisten vor Ort geben. EU-Quellen sagten, Juncker wolle entschlossen die „Ehre“ der EU verteidigen. Die Erwartungen an Ergebnisse des Treffens sind jedoch gering.

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Neue Handelsbeziehungen

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Die EU will sich ferner dazu bereit zeigen, die Modernisierung der Welthandelsorganisation (WTO) zu beschleunigen und ihre Fähigkeit zur Bekämpfung unlauterer Praktiken zu verbessern. Dies ist seit Jahren eine Forderung der US-Regierung.

Das Treffen zwischen Juncker und Trump findet in einer Situation statt, in der die transatlantischen Beziehungen am absoluten Tiefpunkt der letzten sieben Jahrzehnte angelangt sind. Trump hatte in einem Interview vergangene Woche gesagt, aufgrund der angespannten Handelsbeziehungen sei die EU für ihn ein „Feind“.

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Seit Trump das Präsidentenamt angetreten hat, eskalieren die Meinungsverschiedenheiten zwischen Europäern und Amerikanern. Größere Konflikte gab und gibt es unter anderem bei Themen wie dem Pariser Klimaabkommen, dem iranischen Atomabkommen, beim Handel und den Militärausgaben.

Auch Trumps Einmischung in den Umgang der EU mit dem Brexit und bei Migrationsfragen löste im Block Kritik aus.

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