Tausende Migranten versammeln sich am geschlossenen Grenzübergang in Kuźnica

Am frühen Montagmorgen tauchte eine große Gruppe von Migranten an demselben Grenzübergang auf, an dem sie eine Woche zuvor gestanden hatten. [EPA-EFE / OKSANA MANCHUK/BELTA HANDOUT]

Am frühen Montagmorgen tauchte eine große Gruppe von Migrant:innen an demselben Grenzübergang auf, an dem eine Woche zuvor versucht worden war, die polnische Grenze zu durchbrechen. Polnische Beamte behaupten, das Lukaschenko-Regime habe den Vorfall in Belarus inszeniert.

„Wir erwarten, dass die Grenze heute gewaltsam geöffnet wird“, warnte Anna Michalska, Sprecherin des polnischen Grenzschutzes.

Am Nachmittag sagte sie, die Situation sei unter Kontrolle. Dennoch errichteten Hunderte von Menschen ein Lager und legten Brände. In Starzyna, südlich von Kuźnica, griff eine kleinere Gruppe von Migrant:innen polnische Sicherheitsbeamte mit Steinen an.

Stanisław Żaryn, ein Sprecher des Ministers für Sonderdienste, erklärte auf Twitter, dass „Belarussen die Situation an der Grenze absichtlich eskalieren ließen“, indem sie die Migrant:innen zu dem geschlossenen Grenzübergang in Kuźnica führten.

Er hat gewarnt, dass die Versammlung auf Gerüchte zurückzuführen ist, dass die polnische Seite die Grenze öffnen würde, um einem Konvoi von Migrant:innen die Überfahrt nach Deutschland zu ermöglichen.

Polnische Beamte erklärten, dies sei eine Fehlinformation, und CNN bestätigte, dass das Gerücht unter den Migrant:innen auf der belarussischen Seite zu finden war.

In der Zwischenzeit hat eine neue polnische Koalition von NGOs, die „Grupa Granica“ (Grenzgruppe), ein Video veröffentlicht, in dem behauptet wird, dass kurdische Migrant:innen in Belarus dagegen protestieren, dass sie gezwungen werden, Grenzeinrichtungen anzugreifen.

Grupa Granica behauptet, die Belarussen würden die Migrant:innen zur Gewalt zwingen. „Die Migranten wollen eine Machtkonfrontation vermeiden“, so die von der Gazeta Wyborcza zitierten Aktivisten.

Dem Mangel an überprüfbaren Informationen auf der polnischen Seite der Grenze, die seit September Journalisten verbietet, stehen jüngste Berichte auf CNN und BBC von der belarussischen Seite gegenüber. Damit könnte bald Schluss sein, denn die regierende Partei „Recht und Gerechtigkeit“ erwägt die Aufhebung des Medienverbots auf der polnischen Seite.

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