Streit um chinesische Uni in Ungarn

In der ungarischen Hauptstadt Budapest gibt es Streit um zwei unterschiedliche Uni-Bauprojekte. [Moyan Brenn/Flickr]

Budapests grüner Oberbürgermeister Gergely Karácsony hat am Montag damit gedroht, die Leichtathletik-WM 2023 in der ungarischen Hauptstadt abzusagen, wenn sich die nationale Regierung für den Bau eines chinesischen Universitätscampus anstelle der geplanten „Student City“ entscheidet.

Die Führung der Hauptstadt sei bereit, die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Budapest abzusagen, wenn die geplante Studierenden-Wohnsiedlung im Stadtteil Ferencváros nicht gebaut wird, betonte Bürgermeister Gergely Karácsony gegenüber RTL Híradó. „Wenn es keine Student City gibt, stellt sich die Frage, ob es eine Leichtathletik-Weltmeisterschaft gibt,“ so Karácsony wörtlich.

Das Projekt, das mehr als 8.000 Wohnheimplätze umfasst, war eine der Bedingungen für die Hauptstadt und die umliegenden Gemeinden, den Bau des Leichtathletikstadions in Ferencváros und die Ausrichtung der WM zu unterstützen.

Eine kürzlich durchgeführte Recherche von Direkt36 enthüllte derweil, dass Ungarns Regierung offenbar plant, eine chinesische Firma mit dem Bau des neuen Campus der Universität Fudan in Budapest zu beauftragen. Offiziellen Regierungsdokumenten zufolge, die das investigative Magazin erhalten hat, würde der Bau umgerechnet 1,5 Milliarden Euro kosten. Dabei sollen größtenteils chinesische Baumaterialien und Arbeitskräfte zum Einsatz kommen sowie die Finanzierung durch chinesische Kredite erfolgen, die von Ungarn bezahlt werden.

Der neue Fudan-Campus würde allerdings zumindest zum Teil in dem Gebiet gebaut, in dem sich Stadt und Staat zuvor auf den Standpunkt der Student City geeinigt hatten.

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