Slowakei könnte sowjetische Kampfjets an die Ukraine liefern

Bei den Mig-29-Kampfflugzeugen handelt es sich um zweimotorige Flugzeuge sowjetischer Produktion. [Shutterstock/Mike Mareen]

Der slowakische Premierminister Eduard Heger schloss die Lieferung von Kampfjets des Typs Mig-29 aus sowjetischer Produktion an die Ukraine nicht aus, nachdem das Land bereits das Luftabwehrsystem S-300 bereitgestellt hatte.

Nach einem Treffen mit seinem belgischen Amtskollegen Alexander de Croo sagte Heger am Montag, die Slowakei hätte Schwierigkeiten, die sowjetischen Systeme ohne Lieferungen aus Russland zu bedienen.

Bei den Mig-29-Kampfflugzeugen handelt es sich um zweimotorige Flugzeuge sowjetischer Produktion. Diese Jets sind Teil der slowakischen Luftwaffe als Erbe der Teilung der Tschecho-Slowakei im Jahr 1993. Heger sagte, dass die Verwendung sowjetischer Technologie ohne die russischen Lieferungen, die ihre Einsatzfähigkeit aufrechterhalten, riskant sei.

Auf die Frage, ob die Slowakei Kampfjets an die Ukraine liefern werde, sagte Heger: „Es ist nur natürlich, diese Systeme dort einzusetzen, wo sie helfen können.“

Die Slowakei hat der Ukraine bereits das S-300-Raketensystem zur Verfügung gestellt, wie Heger am 8. April bei einem Besuch in Kyjiw bekannt gab.

Russland behauptete jedoch am Montag, es habe ein solches System zerstört, das von einem europäischen Land geliefert wurde – die Slowakei ist dabei das einzige Land, das über ein solches Raketen-System verfügt.

Heger hat diese Behauptungen allerdings als Fake News zurückgewiesen.

Ein weiteres Gesprächsthema zwischen den beiden Premierministern war das mögliche Verbot russischer Energieimporte. Die Slowakei ist eines der am stärksten von Russland abhängigen Länder in der EU, da 85 Prozent des Gasbedarfs aus Russland gedeckt wird. Ein Embargo würde die Slowakei also mehr als den Rest der EU schädigen.

Der Premierminister rief auch zur Solidarität mit der Slowakei für den Fall einer Unterbrechung der Gaslieferungen auf.

„Wenn wir Maßnahmen ergreifen, müssen wir dafür sorgen, dass die Sicherheit für alle gewährleistet ist, auch für die Slowakei“, versprach De Croo.

Außerdem bekräftigte Heger, dass die Slowakei das Gas nicht in Rubel bezahlen werde, wie es der russische Präsident Wladimir Putin verlange. Während Wirtschaftsminister Richard Sulík zuvor erklärt hatte, die Slowakei sei bereit, Gas notfalls in Rubel zu zahlen, wurde dies von Heger ausgeschlossen.

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