Putins Freunde in Europa: Serbien und Ungarn bekräftigen Partnerschaft

Vučić hat sich geweigert, sich den EU-Sanktionen gegen Russland anzuschließen oder den Krieg in der Ukraine öffentlich zu verurteilen. In ähnlicher Weise bleibt Orban einer von Putins wichtigsten Verbündeten in Europa. [EPA-EFE/ANDREJ CUKIC]

Die Staats- und Regierungschefs von Ungarn und Serbien haben am Wochenende ihre strategische Partnerschaft noch einmal bekräftigt, nachdem sie im letzten Monat wiedergewählt worden waren.

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić sagte, sie hätten sich darauf geeinigt, dass Serbien einen Teil seiner Energie auf dem Gebiet seines nördlichen EU-Nachbarn speichern könne. Ungarn hat verhältnismäßig große Gasspeicher.

„Wir sprachen über den Winter, den schwierigen Winter, der auf uns zukommt… und ich fragte Premierminister Orbán eine Sache, die wirklich wichtig ist: Können wir einen Teil unserer Energie in Ungarn speichern, weil wir nicht genug Kapazitäten haben? Er antwortete in einem Sekundenbruchteil: ‚Abgemacht!'“, wurde Vučić von B92 zitiert.

„Wir haben auch vereinbart, dass Serbien für den Fall, dass es Ungarn an etwas fehlen sollte, da sein wird, um zu helfen“, fügte er hinzu.

Orbán seinerseits scherzte, Serbien habe es schwer, weil es außerhalb der EU sei und Ungarn, „weil es innerhalb ist.“

„Aber was auch immer passiert, unsere beiden Länder können aufeinander zählen und wir werden versuchen, unsere Positionen bilateral und multilateral abzustimmen“, sagte Orban.

Orban fügte hinzu, dass Ungarn und Serbien hinsichtlich des Erdgas- und Lebensmittelversorgung auf der sicheren Seite seien. Als besonders bedeutsam bezeichnete er die Entscheidung, eine Eisenbahntransportlinie von den griechischen Häfen über Serbien und Ungarn nach Europa zu sichern.

Orban fuhr fort, dass jeder die Antwort auf die gleiche Frage haben wolle – ob es Treibstoff geben werde und wenn ja, zu welchem Preis, und ob „wir in der Lage sein werden“, „die Bedürfnisse unserer Bürger zu decken.“ Er fügte hinzu, dass die Landwirt:innen die Helden der aktuellen Wirtschaftskrise seien, weil sie eine Hungersnot verhindern würden.

Vučić sagte, dass der ganzen Welt ein „sehr harter“ Winter bevorstehe, wenn sich im Konflikt in Osteuropa nicht etwas ändere. „Wir sollten uns auf den Winter vorbereiten und versuchen, alle Probleme und Schwierigkeiten gemeinsam zu überwinden“, teilte Vučić mit.

Laut Kurir.rs erklärte der serbische Präsident, dass der derzeitige Strompreis für serbische Bürger:innen zu niedrig sei, „der niedrigste in Europa“, und dass er erhöht werden müsse, aber „das kann nicht über Nacht geschehen.“

„Wir müssen in die Sicherheit investieren, wir müssen an erneuerbaren Energien arbeiten. Heute haben wir die Option diskutiert, dass Serbien sich zu 10 oder 15 Prozent an dem ungarischen Atomkraftwerk Paks 2 beteiligt“, sagte Vučić.

Er fügte hinzu, dass Ungarn im Gegenzug in das Wasserkraftwerk Djerdap investieren könnte, eines der größten an der Donau, das in den 1970er Jahren gemeinsam von Serbien [damals Teil von Jugoslawien] und Rumänien gebaut wurde.

In einem Interview nach dem Treffen mit Orban sagte Vučić, dass es wichtig sei, einen Freund wie Ungarn zu haben. Er fügte hinzu, dass Serbien Ungarn „gebeten“ habe, seine Gasspeicher zu nutzen, um zwischen 300 und 500 Millionen Kubikmeter Gas zu speichern.

Er sagte, dass die Idee, kleine modulare Reaktoren in Serbien zu bauen, „in Erwägung gezogen wird“, um eine stabile Stromquelle zu sichern.

„Die Strompreise werden irgendwann steigen müssen, aber nicht über Nacht. Wir müssen erhebliche Investitionen in den Stromsektor tätigen. Wir erwägen die Idee, in Zukunft kleine modulare Reaktoren zu bauen, weil sie die Stromversorgung zu jeder Zeit sicherstellen können und man nicht mehr von irgendjemandem abhängig ist“, sagte Vučić in einem Interview mit Pink TV.

Vučić hat sich geweigert, sich den EU-Sanktionen gegen Russland anzuschließen oder den Krieg in der Ukraine öffentlich zu verurteilen. In ähnlicher Weise bleibt Orban einer von Putins wichtigsten Verbündeten in Europa.

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