Serbien: Flüchtlinge sollen von Mazedonien nach Bulgarien und Kroatien gehen

Der serbische Außenminister Ivica Da?i?. [Chatham House/Flickr]

Täglich erreichen Tausende Flüchtlinge Serbien über Griechenland und Mazedonien. Sein Land wolle jedoch keine Zäune an der Grenze zu Mazedonien errichten, versichert Serbiens Außenminister Ivica Da?i?. Der Zaun an der ungarisch-serbischen Grenze leite die Flüchtlinge nach Kroatien und Bulgarien um. EURACTIV Brüssel berichtet.

Zum Schutz gegen Flüchtlinge will Serbien keine Zäune an der Grenze zu Mazedonien errichten. Außenminister Ivica Da?i? erklärte gegenüber der Belgrader Tageszeitung Danas: „Ich glaube nicht, dass Serbien irgendwann eine Entscheidung wie Ungarn treffen wird, eine Mauer an seiner Grenze mit Mazedonien bauen, um die Einreise von Flüchtlingen und Migranten zu verhindern.“

Viele Flüchtlinge brechen von Griechenland aus nach Mazedonien auf. Von dort versuchen sie die Weiterreise nach Westeuropa. Die mazedonischen Behörden geben sich machtlos. Serbien wird also keine Zäune an der Grenze zu Mazedonien errichten. Flüchtlinge, die durch Serbien reisen, werden nach Kroatien oder Bulgarien umgeleitet.

Sollten auch in Kroatien und Bulgarien Probleme auftreten, weil beide Länder keine Mitglieder des Schengen-Gebietes sind, werde die Zahl der Flüchtlinge in Serbien voraussichtlich abnehmen, so Da?i?.

Doch welche Maßnahmen würde Serbien ergreifen, wenn Flüchtlinge beim Versuch, in die EU-Mitgliedsstaaten zu gelangen, länger in Serbien bleiben würden? Da?i? glaubt nicht daran, dass das passieren würde. „Sie werden über Kroatien und Bulgarien gehen“, sagte er.

Was würde passieren, wenn auch Kroatien einen Grenzzaun entlang der Grenze zu Serbien bauen würde? Da?i? zufolge würden die Flüchtlinge dann wahrscheinlich Serbien umgehen und für ihren Weg in die EU eine andere Route wählen.

Die bulgarische Presse verdreht unterdessen Da?i?s Worte. Nach ihrer Darstellung schickt Serbien die Flüchtlinge absichtlich nach Bulgarien und Kroatien. Auch betont sie seine Rolle als Sprecher der früheren serbischen Präsidenten Slobodan Miloševi?.

Täglich kommen über 2.000 Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Westasien aus Griechenland und Mazedonien nach Serbien.

Die kroatische Webseite Dalje zitiert den UNHCR-Mission in Serbien, Hans Schoder. Ihmzufolge wurden bis jetzt 83.000 Asylsuchende in Serbien registriert. Doch nur 500 von ihnen beantragten dort auch Asyl. 

Hintergrund

Zehntausende Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afrika nutzen die Balkanroute, um in die EU zu gelangen. Von Griechenland reisen sie über Mazedonien und anschließend Serbien nach Ungarn. Das Land ist Teil des Schengen-Raumes, in dem man passfrei reisen kann.