Russland droht mit Angriff auf S-300-Raketenlieferungen der Slowakei an die Ukraine

Der slowakische Verteidigungsminister erklärte, sein Land sei bereit, der Ukraine S-300-Luftabwehrsysteme zu liefern, sofern die NATO-Verbündeten einen Ersatz dafür fänden. Das US-Patriot-System gilt als Äquivalent der sowjetischen S-300, und wird als möglicher Ersatz erwägt.  [EPA-EFE/MAXIM SHIPENKOV]

Russland kündigte am Freitag (18. März) an, es werde mögliche Lieferketten von S-300 Luftabwehrsystemen an die Ukraine angreifen. Die Drohung erfolgte nach der Bereiterklärung der Slowakei, diese Systeme an die Ukraine zu liefern, sofern sie sofort ersetzt würden.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, Moskau werde die Lieferung von S-300 Luftabwehrraketensystemen „nicht zulassen“, nachdem Bratislava angekündigt hatte, dass das Land seine eigenen Systeme an die Ukraine liefern werde. Die Ukraine leistet bereits in der vierten Woche Widerstand gegen den russischen Aggressor.

Lawrow sagte sogar, jede Waffenlieferung an die Ukraine werde von Moskau als“ legitimes Ziel“ betrachtet werden.

Der slowakische Verteidigungsminister erklärte, sein Land sei bereit, der Ukraine S-300-Luftabwehrsysteme zu liefern, sofern die NATO-Verbündeten einen Ersatz dafür fänden. Das US-Patriot-System gilt als Äquivalent der sowjetischen S-300, und wird als möglicher Ersatz erwägt.

Die Nachricht wurde im Vorfeld eines Besuchs des US-Verteidigungsministers Lloyd Austin in der Slowakei weitgehend erwartet.

Slowakei genehmigt "vorläufig" Lieferung von Luftabwehrsystem an Ukraine

Die Slowakei hat sich vorläufig bereit erklärt, der Ukraine ein wichtiges Luftabwehrsystem aus der Sowjet-Ära zu liefern. Es soll den ukrainischen Streitkräften zur Verteidigung gegen russische Luftangriffe dienen, wie CNN am Mittwoch (16. März) berichtete.

„Wir haben mit den USA, der Ukraine und auch mit anderen Verbündeten über die Möglichkeit gesprochen, die S-300 zu stationieren, zu verlegen oder den Ukrainern zu übergeben, und wir sind dazu bereit“, sagte der slowakische Verteidigungsminister Jaroslav Nad auf einer Pressekonferenz.

„Aber wir sind bereit, dies sofort zu tun, wenn wir einen angemessenen Ersatz haben.“

Lloyd Austin, der neben Nad sprach, weigerte sich über die Bereitschaft der Vereinigten Staaten Auskunft zu geben, diese Lücke zu decken.

„Ich habe heute Nachmittag keine Ankündigungen für Sie. Das sind Dinge, an denen wir weiterhin mit allen unseren Verbündeten arbeiten werden. Und natürlich ist dies nicht nur eine Angelegenheit der USA. Es ist ein NATO-Problem“, sagte Austin.

US-Präsident Joe Biden kündigte am Mittwoch zusätzliche 800 Millionen Dollar an Sicherheitshilfe an, darunter auch Waffen, um russische Flugzeuge und Panzer auszuschalten.

Aber die Art von Luftabwehr, die in der Slowakei eingesetzt wird und mit der die ukrainischen Soldaten vertraut sind, ist beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sehr begehrt.

Die Slowakei, das Mitglied der NATO ist, verfügt über eine Batterie von S-300 Luftabwehrsystemen, die noch aus der Sowjetära nach dem Zerfall der Tschechoslowakei im Jahr 1993 stammen.

Das Land erwartet, dass es Patriot-Raketenabwehrsysteme als Teil einer neuen NATO-Kampftruppe erhält, die im Rahmen der Verstärkung der NATO-Ostflanke im Land stationiert werden soll.

Die Slowakei teilt eine 98 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine.

Lloyd Austin wird am Freitag in Bulgarien erwartet. Obwohl Bulgarien selbst über S-300 Systeme verfügt, hat das Land keine Pläne, solche an die Ukraine zu senden.

Bulgariens Präsident Rumen Radev sagte, jegliche Waffenlieferung an die Ukraine komme einer Verwicklung des Landes in den Krieg gleich. Letztlich, so sagte er, sollte eine solche Frage vom Parlament entschieden werden.

Er betonte auch, dass Bulgarien die S-300 für seine eigene Luftabwehr brauche, insbesondere für das Atomkraftwerk Kozlodui.

Um die Notwendigkeit einer glaubwürdigen Luftverteidigung zu verdeutlichen, erwähnte Radev den jüngsten Vorfall mit der Drohne, die zwei andere NATO-Länder überflog, bevor sie in der Nähe von Zagreb abstürzte.

Militärdrohne stürzt in Zagreb ab

Ein unbemanntes Militärflugzeug ist in der Nacht zum Donnerstag in der Gegend von Jarun im Südwesten Zagrebs abgestürzt. Die kroatische Regierung fügte hinzu, dass Polizei und Militär den Vorfall untersuchen würden.

[Bearbeitet von Alice Taylor]

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