Russland droht bei NATO-Beitritt Schwedens, Finnlands mit Vertragsbruch

Die Staatsduma, das russische Unterhaus, könnte das Abkommen über die Verpachtung des Saimaa-Kanals im Falle eines NATO-Beitritts Finnlands "revidieren", berichtete Izvestiya am Mittwoch. [Shutterstock/AntonSAN]

Die Beziehungen Russlands zu Finnland und Schweden werden sich im Falle eines NATO-Beitritts verschlechtern, sagte ein russischer Parlamentarier, im Interview mit der Zeitung Iswestija.

Der erste stellvertretende Vorsitzende des internationalen Ausschusses der Staatsduma, Dmitri Nowikow, fügte jedoch hinzu, dass dies nicht ausschließe, dass die Kontakte in Bereichen wie Wirtschaft und Kultur weiter ausgebaut werden könnten.

Die Staatsduma, das russische Unterhaus, könnte das Abkommen über die Verpachtung des Saimaa-Kanals im Falle eines NATO-Beitritts Finnlands „revidieren“, berichtete Izvestiya am Mittwoch.

Der Saimaa-Kanal verbindet den finnischen See Saimaa mit dem finnischen Meerbusen. Etwa 20 Kilometer des Kanals liegen auf der russischen Seite, die Finnland bis 2063 gepachtet hat.

Der Kanal gilt als wichtiger Grund dafür, nachbarschaftliche Beziehungen mit Russland aufrechtzuerhalten. Die wirtschaftliche Bedeutung des Kanals hat in den letzten Jahren jedoch abgenommen.

In dem Izvestiya-Interview sagte Novikov auch, dass „wenn sich die Beziehungen Russlands zu einem Land verschlechtern, Verträge, die während einer Periode wohlwollender Beziehungen geschlossen wurden […], revidiert werden können.“

Die Zeitung zitierte auch die russische Botschaft in Helsinki, die erklärte, dass „es notwendig sein wird, Maßnahmen zur Wahrung der russischen Interessen zu ergreifen“, und folgte damit der offiziellen staatlichen Linie.

Die Reaktion der Duma spiegelt daher in erster Linie die Verärgerung über die mögliche NATO-Mitgliedschaft Finnlands wider.

Im Hinblick auf künftige Beziehungen sagte Nowikow in einem etwas widersprüchlichen Ton, dass „die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Moskau und Helsinki und Stockholm nicht den vollständigen Abbruch der Beziehungen bedeutet.“

„Wenn wir uns die Beziehungen Russlands zu den europäischen Ländern anschauen, werden wir feststellen, dass sie sehr unterschiedlich sind. Obwohl die große Mehrheit dieser Länder bereits in den NATO-Block aufgenommen wurde“, so Nowikow.

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