Russische Antivirus-Software Kaspersky wird zur Gefahr

Zu der beliebtesten russischen Antivirus-Software gehört das System Kaspersky, das weltweit mehr als 400 Millionen Nutzer schützt. Trotz früherer Warnungen aus der Fachwelt wird Kaspersky immer noch häufig von öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden, Städten und Gesundheitsdienstleistern verwendet. [Shutterstock/Rawpixel.com]

Die Nationale Agentur für Cyber- und Informationssicherheit Tschechiens hat vor russischer Antivirus-Software gewarnt. Russische Unternehmen, die von den EU-Sanktionen betroffen sind, können ihre Software nicht mehr aktualisieren, sodass ihre Kunden viel anfälliger für potenzielle Cyberangriffe sind.

Die Agentur stuft die Bedrohung als „hoch“ ein.

„Wir geben diese Warnung als Vorsichtsmaßnahme heraus. Dies betrifft insbesondere Lieferanten, die aufgrund der aktuellen Wirtschaftssanktionen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, ihren Verpflichtungen nicht nachkommen zu können“, sagte Karel Řehka, Direktor der Agentur.

Zu der beliebtesten russischen Antivirus-Software gehört das System Kaspersky, das weltweit mehr als 400 Millionen Nutzer schützt. Trotz früherer Warnungen aus der Fachwelt wird Kaspersky immer noch häufig von öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden, Städten und Gesundheitsdienstleistern verwendet.

„Sie begründeten ihre Wahl der Software dieses Unternehmens oft mit dem niedrigsten Preisangebot, was in den letzten Jahren die offensichtliche Strategie von Kaspersky gegenüber der staatlichen Verwaltung war“, sagte Adam Koudela vom tschechischen IT-Unternehmen XEVOS.

Die größte Krankenkasse des Landes, VZP, hat jedoch vor einigen Tagen angekündigt, dass sie die russische Software aufgrund von Sicherheitsbedenken nicht mehr einsetzen werde.

Außerdem ist das russische Unternehmen unter Verdacht geraten, dass seine Software dazu verwendet werden könnte, die digitale Infrastruktur seiner Kunden auszuspionieren oder direkt zu stören.

Den Bundesbehörden in den Vereinigten Staaten ist die Verwendung von Kaspersky-Produkten seit 2017 untersagt. Ein Jahr später folgte das Europäische Parlament dem Beispiel der USA und bezeichnete das Unternehmen als „nachweislich bösartig“ und forderte die EU-Behörden und Mitgliedstaaten auf, die Software des Unternehmens nicht mehr zu verwenden.

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