Rumänischer Präsident kontra Merkel: transatlantische Beziehungen bleiben sehr wichtig

Klaus Iohannis [European Council]

Der rumänische Präsident Klaus Iohannis wies gestern die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel zurück, dass Europa nun sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen müsse. Die transatlantischen Beziehungen blieben überaus wichtig, so Iohannis.

Nach den NATO- und G7-Treffen letzte Woche hatte Merkel am Sonntag gesagt, Europa könne sich nicht mehr völlig auf andere verlassen. Ohne US-Präsident Donald Trump, der die NATO-Verbündeten scharf angegriffen und sich geweigert hatte, sich zum Klimaabkommen zu äußern, namentlich zu nennen, erklärte Merkel, die Zeiten des völligen Vertrauens seien „ein Stück weit vorbei.“

Bei einem Treffen mit Journalisten in Bukarest kommentierte Iohannis Merkels Statement. „Die NATO ist nach wie vor die transatlantische Verbindung, die für die zukünftige Entwicklung Europas und Nordamerikas essentiell ist und bleiben wird. Diese Verbindung darf nicht verschwinden. Sie kann mehr oder weniger intensiv sein, aber sie wird bestehen bleiben“, sagte er HotNews.ro. Iohannis legte auch nahe, Merkels Aussagen im Licht “einiger Enttäuschungen” zu sehen, die sie während des NATO-Gipfels erfahren hatte.

Merkels neuer Problemfall: Donald Trump

Nach dem ernüchternden G7-Gipfel in Italien will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht mehr auf die USA als Partner verlassen.“

Rumänien sei der „Ansicht, dass die transatlantischen Beziehungen so fest wie möglich sein müssen“, schloss er.

Tatsächlich sind Rumäniens transatlantische Beziehungen besonders: Im Land steht ein US-Raketenabwehrschild im Wert von 800 Millionen US-Dollar. Offiziell wird Rumänien damit vor “Schurkenstaaten” geschützt; aus russischer Sicht soll der Schild im Kriegsfall aber das Nukleararsenal Russlands blockieren, bis die USA eingreifen können. Washington und die NATO weisen diese Sicht zurück.

Darüber hinaus hatte Rumänien kürzlich gefordert, mehr NATO-Kriegsschiffe im Schwarzen Meer zu stationieren. Dies wurde allerdings vom Nachbarland Bulgarien, das ebenfalls NATO-Mitglied ist, nicht unterstützt.

Subscribe to our newsletters

Subscribe