Rückkehr zur Schule mit Tränen und Blumen

Never again! Proteste in Florida für strengere Waffengesetze. [shutterstock]

Tränen und Blumen bei der Rückkehr zum Unterricht: Zwei Wochen nach dem Massaker in Florida hat die betroffene High School die allmähliche Wiederaufnahme des Schulalltags eingeleitet. Die Debatte um die Schusswaffengesetze weitet sich derweil aus.

Am ersten Unterrichtstag nach dem Blutbad wurde die Ankunft der Überlebenden am gestrigen Mittwoch von massiver Polizeipräsenz begleitet. Manchen Schülern standen Tränen in den Augen, pensionierte Polizeibeamte überreichten ihnen Blumen.

An der Marjory Douglas Stoneman High School hatte ein 19-jähriger ehemaliger Mitschüler am Valentinstag mit einem Sturmgewehr 17 Menschen erschossen, darunter 14 Schüler. Für die Überlebenden war es nun eine hochemotionale Rückkehr.

Schuldirektor Ty Thompson sprach vom „Beginn des Heilungsprozesses“. An diesem ersten Unterrichtstag gehe es nicht ums Lernen, sondern darum, sich wieder wohl zu fühlen in der Schule. Die Rückkehr zum Schulalltag soll stufenweise erfolgen. In dieser Woche dauert der Unterricht nur täglich vier Stunden.

Bereits am Sonntag hatte es an der Schule einen freiwilligen Orientierungstag für die Schüler gegeben. Die Lehrer bereiteten sich bereits seit einigen Tagen an der Schule auf den Neubeginn des Unterrichts vor.

Seit dem Blutbad setzen sich zahlreiche überlebende Schüler vehement für eine Verschärfung des laxen US-Waffenrechts ein. Sie veranstalten Demonstrationen, treten im Fernsehen auf und reisten nach Tallahassee, die Hauptstadt des Bundesstaates Florida, sowie nach Washington, um Druck auf Politiker auszuüben. Einige wurden von Präsident Donald Trump empfangen und sprachen mit Mitgliedern des US-Kongresses. Eine neue Bewegung ist entstanden. Ihr Ziel: Never again!

Ob es zu einschneidenden Veränderungen im Waffenrecht kommen wird, ist jedoch höchst ungewiss. Trump machte verschiedene Vorschläge zum Waffenrecht, darunter ebenfalls die Heraufsetzung der Altersgrenze auf 21. In den vergangenen Tagen legte er den Schwerpunkt aber auf die Absicherung der Schulen – nach seiner Vorstellung soll ein Teil der Lehrerschaft mit Schusswaffen ausgerüstet werden.

Donald Trump – ein letztes Aufbäumen

Ist der Rechtspopulismus eine kulturelle Gegenbewegung, die immer mächtiger wird? Vieles spricht für eine andere These: Er ist eine Art postmortale Erektion. Ein Kommentar.

Die Führung der Republikaner im US-Repräsentantenhaus reagierte unterkühlt auf die Forderungen der Schüler. Gesetzestreuen Bürgern solle der Waffenbesitz nicht verboten werden, sagte Fraktionschef Paul Ryan nach einem Treffen mit den Überlebenden.

Allerdings zeigt die intensive Waffendebatte inzwischen Auswirkungen auf zahlreiche US-Unternehmen. Die Einzelhandelskette Dick’s Sporting Goods nimmt Sturmgewehre aus ihrem Sortiment und verkauft generell Waffen nur noch an Kunden ab 21 Jahren, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Todesschütze von Parkland hatte ein Gewehr bei Dick’s gekauft. Es war aber nicht die Waffe, die er bei dem Schulangriff verwendete.

Ähnlich reagiert auch Walmart. Der Einzelhandelsriese setzt das Mindestalter für Waffenkäufer  ebenfalls auf 21 Jahre herauf. Das Unternehmen teilte mit, es habe angesichts der jüngsten Ereignisse die Firmenpolitik überprüft und das Mindestalter für Waffen- und Munitionskäufer auf 21 Jahre erhöht. Dies solle so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Bereits zuvor hatten mehrere Unternehmen, darunter Autovermieter und Versicherer, angekündigt, nicht mehr mit der Waffenlobby NRA zusammenarbeiten zu wollen. NRA-Mitglieder erhielten bislang Vergünstigungen bei diesen Unternehmen.

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