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08/12/2016

Präsidentenwahl: Moldau geht in die Stichwahl

EU-Außenpolitik

Präsidentenwahl: Moldau geht in die Stichwahl

Igor Dodon (im beigen Anzug, hier während einer Feier zum Tag der Arbeit in Chisinau) will die Annäherung von Moldau an die EU umkehren.

Foto: liubomir/Shutterstock

Annäherung an Europa oder nicht? Die Ex-Sowjetrepublik Moldau streitet über die EU- und Russland-Politik. In dem gespaltenen Land steht eine Stichwahl um das Präsidentenamt an.

Bei der Präsidentenwahl in Moldau wird die Entscheidung zwischen dem pro-russischen und der pro-europäischen Kandidatin frühen Ergebnissen zufolge erst in der zweiten Runde fallen.

Igor Dodon, der die Annäherung der ehemaligen Sowjetrepublik an die EU umkehren will, erhielt demnach am Sonntag 48,5 Prozent der Stimmen. Seine Rivalin Maia Sandu, die dagegen an den Beziehungen von Moldau zu Europa festhalten will, kam den vorläufigen Ergebnissen zufolge auf 38,2 Prozent. Dodon hätte 51 Prozent benötigt, um die Wahl auf Anhieb zu gewinnen. Das endgültige Ergebnis der ersten Runde soll in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden, Termin für die Stichwahl ist der 13. November.

Das südosteuropäische Land mit 3,5 Millionen Einwohnern – etwa so viele wie Berlin – wurde vor etwa einem Jahr von einem Banken-Skandal erschüttert. Dodon hat für den Fall seines Sieges eine Volksbefragung über die Aufhebung eines Handels-Abkommens mit der EU aus dem Jahr 2014 angekündigt. Stattdessen soll sich Moldau einer von Russland geführten Zollunion anschließen. Sandu hat dagegen vor engen Beziehungen zur Regierung in Moskau gewarnt.