Portugal: militärische Ausbildung, aber keine weiteren Waffen für Ukraine

Am Ende der ersten Sitzung eines zweitägigen Treffens der NATO-Verteidigungsminister:innen wies Carreiras auf die Möglichkeit hin, den ukrainischen Streitkräften in Portugal Schulungen anzubieten. [Shutterstock/Bumble Dee]

Portugal sei bereit, ukrainische Soldat:innen auszubilden, doch die Entsendung von zusätzlichem militärischen Material sei nicht im Gespräch, sagte Verteidigungsministerin Helena Carreiras bei einem NATO-Treffen in Brüssel.

Am Ende der ersten Sitzung eines zweitägigen Treffens der NATO-Verteidigungsminister:innen wies Carreiras auf die Möglichkeit hin, den ukrainischen Streitkräften in Portugal Schulungen anzubieten.

„Zum jetzigen Zeitpunkt steht die Entsendung von mehr militärischem Material nicht zur Debatte“, sagte Carreiras am Mittwoch vor Journalist:innen und verwies auf die „verschiedenen Hilfen“, die Portugal bereits geleistet habe.

Es gehe darum, „den ukrainischen Soldat:innen und Streitkräften in Portugal eine Ausbildung anzubieten“, zum Beispiel für das Manövrieren von Leopard-Panzern, „eine Ausstattung, die sie haben und für die sie ihre Soldat:innen ausbilden müssen“, so die Ministerin.

„Wir haben bereits eine Bewertung der möglichen Ausbildungsmaßnahmen vorgenommen, die wir anbieten könnten“, fügte sie hinzu.

Die Ministerin räumte zwar ein, dass es bisher „keine konkrete Anfrage“ der ukrainischen Behörden gegeben habe, sagte aber, dass man davon ausgehe, dass „ein Bedarf entstehen wird.“

„Wenn dies die Entscheidung der Ukraine ist – und wir arbeiten immer in diesem Sinne, das heißt, wir reagieren auf die Bedürfnisse der Ukraine – kann diese Ausbildung sofort angeboten werden“, sagte sie. „Es handelt sich ja nicht um eine Nachkriegssituation.“

Auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Treffens sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, dass die Mitglieder des Bündnisses der Ukraine auf Wunsch Kyjiws moderne schwere Waffen zur Verfügung stellen würden, doch dazu sei es notwendig, das ukrainische Militär im Umgang mit diesen Waffen zu schulen.

„Wir haben diese Maßnahme umgehend ergriffen, aber diese Bemühungen brauchen eine gewisse Zeit“, sagte er. „Der Übergang von der Ausrüstung aus der Sowjetzeit zu moderner NATO-Ausrüstung bedeutet, dass die Ukrainer:innen darauf vorbereitet sein müssen, sie zu benutzen. Es ist ein schwieriger und anspruchsvoller Umstellungsprozess.“

Dabei gehe es um moderne Artillerie, Langstreckensysteme und Flugabwehrsysteme, die auch gewartet werden müssten, erklärte er.

Subscribe to our newsletters

Subscribe