Polnischer Premier klagt Westeuropa in EU-weiter Ukraine-Kampagne an

Bei der Ankündigung der Kampagne "#StopRussiaNow" am Samstag (23. April) sagte Morawiecki, sie richte sich vor allem an westeuropäische Politiker, denen er vorwirft, zu schnell zu guten Beziehungen mit dem Kreml zurückkehren zu wollen. [EPA-EFE/Tomasz Gzell]

Der polnische Premier Mateusz Morawiecki hat eine EU-weite Plakatkampagne lanciert, um „Europas Gewissen zu wecken“ und den Westen von der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland abzubringen.

Die Kampagne „#StopRussiaNow“ richte sich vor allem an westeuropäische Politiker, denen er vorwirft, zu schnell zu guten Beziehungen mit dem Kreml zurückkehren zu wollen, sagte Morawiecki der Ankündigung der Kampagne am Samstag (23. April).

„[Der russische Präsident] Wladimir Putin hat eine ‚Spezialoperation‘ vorbereitet, die Kriegsverbrechen und Völkermord beinhaltet. Was auf den ukrainischen Straßen geschieht, hat uns schockiert, aber nur für kurze Zeit“, sagte er. Sein Ziel sei es, die Kampagne zu einem „Aufschrei derer zu machen, die in den Städten und Dörfern [der Ukraine] brutal ermordet worden sind.“

Laut Morawiecki haben sich die ersten Plakatwagen bereits auf den Weg in die größten westeuropäischen Städte gemacht. Die meisten der Plakate, deren Fotos der Premierminister auf seinem Twitter-Account veröffentlichte, basieren auf dem Vergleich zwischen dem Lebensstandard der westeuropäischen Mittel- und Oberschicht und den Folgen des russischen Einmarsches in der Ukraine.

Eines der Plakate zeigte beispielsweise das Bild eines Mannes mittleren Alters, der in weißer, sauberer Kleidung auf einem Krankenhausbett sitzt und zufrieden aussieht, sowie ein Bild eines zerstörten Krankenhauses im Gebiet Luhansk. „Sind Sie mit Ihrer Gesundheitsversorgung zufrieden? #StopRussiaNow“, steht auf dem Plakat.

Der Premierminister kündigte außerdem an, er werde wichtige westeuropäische Hauptstädte besuchen, um andere Staatsoberhäupter zu überzeugen, die Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu verschärfen.

„Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien – diese Länder müssen ihr Bestes tun, um den Krieg in der Ukraine zu beenden, indem sie die Finanzierung von Putins Kriegsmaschine einstellen“, appellierte er.

Laut Morawiecki seien die bereits bestehenden Sanktionen „unzureichend“.

„Schauen Sie sich den Rubelkurs und den Zustand der russischen Wirtschaft an“, sagte er und wies darauf hin, dass die Sanktionen Moskau zwar treffen werden, aber nur „langfristig“, während die Ukraine „hier und jetzt“ Hilfe brauche.

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