Paris will im Fischereistreit kommende Woche Vergeltungsmaßnahmen vorstellen

"Wir haben einen Zeitplan mit Aktionen auf nationaler und europäischer Ebene", sagte Fischereiministerin Annick Girardin am Donnerstag (30. September). [EPA/CAROLINE BLUMBERG]

Im Streit mit Großbritannien über die Fischerei-Rechte im Ärmelkanal will Frankreich in der kommenden Woche „Vergeltungsmaßnahmen“ präsentieren.

„Wir haben einen Zeitplan mit Aktionen auf nationaler und europäischer Ebene“, sagte Fischereiministerin Annick Girardin am Donnerstag (30. September).

Dieser richte sich an die Briten sowie „unsere Nachbarn auf Jersey“. Er werde „Anfang kommender Woche vorgestellt“ und enthalte auch Vergeltungsmaßnahmen.

Damit reagiert Frankreich auf die Ablehnung einer Reihe von Fischerei-Rechten für französische Boote: London genehmigte zwölf von 47 Lizenzanträge aus Frankreich, die britische Kanalinsel Jersey 95 von 170 Anträgen, darunter waren auch befristete Lizenzen.

Jersey liegt rund 30 Kilometer vor der Küste der Normandie, die Gewässer gelten als besonders fischreich. Das von der EU ausgehandelte Post-Brexit-Abkommen sieht vor, dass europäische Fischer weiterhin in bestimmte britische Gewässer fahren können, sofern sie eine Lizenz erhalten.

Diese wird ihnen erteilt, wenn sie nachweisen können, dass sie schon zuvor dort gefischt haben. Das ist nach Angaben französischer Fischer nicht einfach.

Die Fischerei-Rechte waren einer der Knackpunkte in dem Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien, das seit dem 1. Mai vollständig in Kraft ist. Im Mai war der Streit um die Fischereirechte zwischen Frankreich und Großbritannien kurzzeitig eskaliert: Als dutzende französische Fischkutter mit einer Blockade des Hafens von Saint Helier auf Jersey drohten, schickte die britische Regierung Kriegsschiffe in das Seegebiet. Frankreich schickte daraufhin ebenfalls Marineschiffe los.

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