Ost- und mitteleuropäische Länder degradieren 17+1-Gipfel mit China

Der tschechische Präsident Milos Zeman wird morgen ebenfalls am 17+1-Gipfel teilnehmen [EPA-EFE/MARTIN DIVISEK]

Die vier Visegrad-Länder (Polen, Tschechische Republik, Slowakei und Ungarn) feiern heute in Warschau das 30-jährige Bestehen der Gruppe. Sie werden am Dienstag außerdem gemeinsam an einem Gipfel im 17+1-Format mit China teilnehmen.

Wie EURACTIV.cz bereits im Januar berichtete, wurde das Treffen mit China mit heißer Nadel gestrickt. Ziel ist es, die bisher guten Beziehungen zwischen Peking und den mittel- und osteuropäischen Ländern nach dem Wechsel der US-Regierung aufrechtzuerhalten.

Den Vorsitz des Online-Gipfels wird der chinesische Präsident Xi Jinping führen.

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Allerdings werden nicht alle mittel- und osteuropäischen Staatsoberhäupter an der Veranstaltung teilnehmen, wie von den chinesischen Organisatoren erhofft, berichtet EURACTIVs tschechischer Medienpartner Hospodářské noviny.

So werden beispielsweise Litauen, Estland, die Slowakei und Rumänien nicht durch Staats- oder Regierungsspitzen vertreten sein, sondern „nur“ durch die jeweils zuständigen Ministerinnen und Minister. Dies könnte als diplomatische Watsche für China gelesen werden.

Zu erwarten ist, dass die Erholung von der COVID-19-Pandemie und andere Wirtschaftsthemen ganz oben auf der Tagesordnung des Gipfels stehen werden, darunter auch das Ende 2020 ausgehandelte Investitionsabkommen zwischen der EU und China.

Außerdem will China den teilnehmenden Staaten seinen Coronavirus-Impfstoff anbieten.

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