Nutzt Nordkorea ukrainische Raketentechnologie? Kiew sieht sich als Opfer „russischer Provokation“

Präsident Poroshenko im Gespräch mit Vertretern der Arbeitsgruppe. [Website of the President of Ukraine]

Die Ukraine hat am Dienstag Vorwürfe, laut denen ukrainische Technologie im nordkoreanischen Atomraketenprogramm verwendet werde, als „russische Provokation“ zurückgewiesen.

Am 14. August, veröffentlichte die New York Times einen Artikel, in dem es heißt, die nordkoreanischen Erfolge beim Testen einer Interkontinentalrakete, die die USA erreichen könnte, seien durch den Kauf starker Raketenantriebe auf dem Schwarzmarkt möglich geworden. Diese Antriebe würden „vermutlich aus einer ukrainischen Fabrik“ mit historischen Verbindungen zum russischen Raketenpropgramm stammen. In dem Artikel wird eine Expertenanalyse durch ISS Voices zitiert, die vom Raketenabwehrexperten Michael Elleman unterzeichnet wurde.

Zwei Tage später setzte der ukrainische Präsident Petro Poroshenko eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Sekretärs des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates Olexander Turtschynow ein, die die Vorgänge untersuchen sollte. Teil der Gruppe waren angeblich unter anderem Mitglieder des ukrainischen Geheimdienstes, der staatlichen Raumfahrtbehörde, der Behörde für Exportkontrolle und des Außenamtes.

Laut einer Pressemitteilung wurde Poroshenko gestern über die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe informiert. Gleichzeitig wurde der Bericht der Gruppe auf der Website des Sicherheits- und Verteidigungsrates veröffentlicht.

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Im Bericht heißt es, nach Erkenntnissen der ukrainischen Geheimdienste habe Russland unter „einigen akkreditierten Militärs und Diplomaten in Moskau“ ein Papier verbreitet, in dem steht,  die nordkoreanischen Raketen seien mit Unterstützung ukrainischer Spezialisten gebaut worden.

Die Arbeitsgruppe schreibt weiter, russische Geheimdienste nutzten Kontakte zu Experten und Journalisten, um Informationen zu verbreiten, die die Ukraine diskreditieren. Die Familie des ISS-Experten Michael Elleman habe „sehr enge Kontakte zu hochrangigen Beamten der russischen Geheimdienste.“ Elleman sei „auf zynische Weise“ von den russischen Stellen zur Verbreitung dieser „provokanten Informationen missbraucht worden.“

Hybride Kriegsführung Russlands gegen die Ukraine

Auf der offiziellen Website von Präsident Poroshenko wird Turtschynow wie folgt zitiert: „Russlands Aggression gegen die Ukraine zeigt sich heute in dieser Art der hybriden Kriegsführung, in der Russland neben militärischen Operationen auch gut geplante und weitreichende Informationsprovokationen lanciert, um dem Ruf der Ukraine als verlässlichen Partner zu schaden. Das geschieht auch in für die Weltgemeinschaft höchstsensiblen Bereichen wie der militärisch-technischen Kooperation.“

Laut Berichten lobte Poroshenko die Arbeit und die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe. Er soll seinen Außenminister angewiesen haben, eine Expertengruppe zusammenzustellen, die das Thema bei einer Klausurtagung des UN-Sicherheitsrats auf den Tisch bringen soll.

„Darüber hinaus ist es wichtig, dass wir die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe öffentlich machen und unsere internationalen Partner darüber informieren. Außerdem sollten weitere Untersuchungen in anderen Ländern angestrengt werden. Insbesondere die Russische Föderation sollte das gleiche Ausmaß an Transparenz zeigen,” wird Poroshenko zitiert.

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