Nordkoreas droht erneut mit Atomangriff

Gleich zu Beginn des Jahres 2018 droht Nordkorea erneut mit einem Atomangriff. [dpa (Archiv)]

Drohungen, Warnungen und Reformbestrebungen – zum Jahreswechsel sind einige der drängendsten internationalen Herausforderungen für 2018 deutlich geworden. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un drohte am Montag in seiner Neujahrsansprache mit einem Atomwaffenangriff.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief angesichts der Konflikte und Gefahren weltweit die „Alarmstufe rot“ für die Erde aus. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron warb in seiner Neujahrsansprache für ein „großes Projekt“ für Europa.

Nordkorea sieht sich für Angriff auf die USA gewappnet

Nordkorea sieht sich nach seinem neuerlichen Raketentest zu Angriffen auf sämtliche Ziele in den USA in der Lage. Die „gesamten Kontinental-USA“ lägen nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen, hieß es im Staatsfernsehen.

„Der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch“, sagte Kim in seiner Rede an die Nation. Die USA müssten einsehen, dass dies „keine Erpressung, sondern die Realität“ sei. Sein Land sei mittlerweile eine Atommacht und müsse Atombomben und Raketen nun in Massenproduktion herstellen und ihre Stationierung beschleunigen.

Nordkorea treibt seine atomare Aufrüstung voran und richtet immer wieder Drohungen gegen Südkorea und die USA. Im September testete das international isolierte Land eine Wasserstoffbombe. Ende November brüstete sich Nordkorea mit dem Test einer Interkontinentalrakete und erklärte, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen.

Der UN-Sicherheitsrat verhängte wiederholt Sanktionen gegen Nordkorea, zuletzt am 22. Dezember. US-Präsident Donald Trump wandte sich immer wieder in scharfem Ton gegen Pjöngjang. Ende September drohte er vor der UN-Vollversammlung sogar mit der „völligen Zerstörung“ Nordkoreas.

Tillerson: USA offen für Gespräche mit Nordkorea

Die USA stellen nach den Worten ihres Außenministers Rex Tillerson keine Bedingungen für den Beginn von Gesprächen mit Nordkorea.

Der frühere US-Generalstabschef Mike Mullen warf Trump vor, im Konflikt mit Pjöngjang zu einem „unglaublich gefährlichen Klima“ beigetragen zu haben. „Wir sind aus meiner Sicht gerade näher an einem Atomkrieg mit Nordkorea und in dieser Region, als wir es je waren“, sagte Mullen am Sonntag im US-Fernsehsender ABC.

Kim zeigte sich am Montag von Trumps Drohungen unbeeindruckt. Nordkorea habe eine „starke atomare Abschreckung, die in der Lage ist, die USA davon abzuhalten, mit dem Feuer zu spielen“, sagte der nordkoreanische Machthaber.

UN-Generalsekretär Guterres äußerte sich in seiner Neujahrsansprache besorgt über den Atomkonflikt. Noch nie zuvor seit dem Ende des Kalten Krieges seien die durch Atomwaffen ausgelösten Sorgen so groß gewesen, erklärte er.

Guterres mahnte, die Konflikte könnten beigelegt, der Hass überwunden „und unsere gemeinsamen Werte geschützt“ werden. Dazu müsse die internationale Gemeinschaft aber „geeint“ sein, „unsere Zukunft hängt davon ab“.

China, der wichtigste Unterstützer Nordkoreas, sicherte zu, seinen Teil zur Verteidigung der internationalen Weltordnung und zum Klimaschutz beizutragen.

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