Nordkorea schießt Rakete über Japan hinweg

Ein Ende des Atomkonflikts mit Nordkorea scheint möglich. [Anton Watman/shutterstock]

Der Nordkorea-Konflikt spitzt sich zu. Das international weitgehend isolierte Land feuerte am Dienstagmorgen eine Rakete ab, die über Japan hinweg flog – zum ersten Mal seit 2009.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach daraufhin von einer beispiellosen und ernsthaften Bedrohung. Unterstützung bekam er von Südkorea und den USA. Sie wollen den Druck auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un erhöhen. Abe sagte, US-Präsident Donald Trump stehe zu 100 Prozent hinter Japan. An den Börsen reagierten Anleger nervös. Aktien wurden verkauft, als sicher geltende Anlagen wie Gold und der Schweizer Franken waren dagegen gefragt.

Nordkorea hatte zuletzt am Samstag mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert. Ende Juli hatte das Land eine Interkontinentalrakete getestet, die Experten zufolge auch die USA hätte erreichen können. Das kommunistische Land verstößt mit seinem Vorgehen gegen Resolutionen der Vereinten Nationen. Trump hat Nordkorea im Fall weiterer Provokationen mit “Feuer und Zorn” gedroht, wie es die Welt noch nie erlebt habe.

Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, wollen die Militärs der USA und Südkoreas eine starke Antwort geben. Ein Mitarbeiter im südkoreanischen Verteidigungsministerium sagte Reuters, es gebe aber keine Ad-Hoc-Pläne, um die Militärübungen beider Staaten zu ändern.

Nordkorea beschuldigt die USA

Von diesen fühlt sich Nordkorea provoziert. Nach offiziellen südkoreanischen Angaben haben Kampfjets als Reaktion auf die abgefeuerte Rakete des verfeindeten Nachbarn den Abwurf von Bomben geübt. Zudem wurden schärfere Sanktionen gegen Nordkorea gefordert.

Der UN-Botschafter Nordkoreas, Han Tae Song, warf der Regierung in Washington derweil vor, die koreanische Halbinsel auf eine “extrem starke Explosion” zuzutreiben. Daher habe sein Land “jedes Recht, mit harten Gegenmaßnahmen sein Recht auf Selbstverteidigung in Anspruch nehmen”, sagte er auf einer Abrüstungskonferenz der Vereinten Nationen in Genf.

“Die USA sollten komplett die Verantwortung für die katastrophalen Konsequenzen tragen, die daraus folgen.” Han sprach den neuen Raketentest nicht direkt an, verwies jedoch auf ein gemeinsames Militärmanöver der USA und Südkoreas.

USA im Extremfall zu Militäreinsatz gegen Nordkorea bereit

Die USA sind nach den Worten ihrer UN-Botschafterin Nikki Haley im äußersten Fall bereit, Nordkorea mit militärischen Mitteln zur Abkehr von seinem umstrittenen Atomprogramm zu zwingen.

Rakete stürzte in den Pazifik

Das japanische Militär versuchte nicht, die Rakete abzuschießen. Verteidigungsminister Itsunori Onodera sagte, das Geschoss sei in drei Teile gebrochen und dann in den Pazifik gestürzt – 1180 Kilometer östlich der japanischen Insel Hokkaido. Südkorea teilte mit, die Rakete sei in der Nähe der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert worden, insgesamt 2700 Kilometer geflogen und habe dabei eine Höhe von rund 550 Kilometer erreicht.

In den USA bestätigte das Pentagon den Vorfall. Es würden nun Informationen zusammengetragen. Eine Gefahr für Nordamerika habe aber nicht bestanden.

Diplomaten zufolge haben die USA, Japan und Südkorea eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt, um sich mit dem Fall zu beschäftigen. Es war zunächst aber unklar, wann das Gremium tagen sollte. Zuletzt war 2009 ein nordkoreanisches Geschoss über Japan geflogen.

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