Nordkkorea will Trump für martialische Drohungen „teuer bezahlen“ lassen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un [Foto: dpa]

Nach den jüngsten martialischen Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un rhetorisch zurückgeschlagen.

„Ich werde den Mann, der die Hoheit über das Oberkommando in den USA hat, für seine Rede teuer bezahlen lassen“, sagte Kim am Freitag laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Trump hatte Nordkorea mit der „völligen Zerstörung“ gedroht, sollte es nicht einlenken.

Trump sei „geistesgestört“, sagte Kim weiter. Die Drohungen des US-Präsidenten hätten ihm weder Angst gemacht noch ihn gestoppt, sondern vielmehr darin bestätigt, dass „der Weg, den ich gewählt habe, richtig ist“, wurde Kim weiter zitiert.

Trump hatte bei seinem ersten Auftritt vor der UN-Vollversammlung am Dienstag gedroht, die USA würden Nordkorea notfalls mit einem Militärangriff „völlig zerstören“, falls Pjöngjang im Streit um sein Atom- und Raketenprogramm nicht einlenke. Diese Drohung löste heftige Reaktionen aus. Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho sprach von „Hundegebell“.

Nordkorea: Trumps UN-Rede ist Hundegebell

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho hat die Rede von US-Präsident Donald Trump vor den Vereinten Nationen als Hundegebell bezeichnet.

Kritik rief Trumps Rede aber auch unter den Verbündeten hervor. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte der Deutschen Welle: „Ich bin gegen eine solche Drohung“. Sie halte „jede Art von militärischer Lösung für absolut unangemessen“ und setze stattdessen auf diplomatische Bemühungen.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) stellte einen Zusammenhang mit Trumps gleichzeitiger Drohung her, das Atom-Abkommen mit dem Iran aufzukündigen. Sollten die USA aus der Vereinbarung mit dem Iran aussteigen, hätte dies „verheerende Signalwirkung“ für den Nordkorea-Konflikt, erklärte Gabriel im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Trump droht Nordkorea mit "totaler Vernichtung"

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea in seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung mit der totalen Vernichtung gedroht.

In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung führte Gabriel später aus: „Welcher Staat sollte von einem eigenen Atomprogramm (…) Abstand nehmen, wenn sich zeigt, dass einmal ausgehandelte Vereinbarungen keinen Bestand haben?“ Er rief erneut dazu auf, im Konflikt mit Pjöngjang „alle diplomatischen Mittel“ zu nutzen.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow kritisierte sowohl die martialischen Drohungen Trumps als auch die „abenteuerliche Politik“ Pjöngjangs.“Die militärische Hysterie führt nicht nur in die Sackgasse, sondern auch zur Katastrophe“, warnte er. Sein chinesischer Kollege Wang Yi bekräftigte, Verhandlungen seien „die einzige Lösung“.

Trump verkündete am Donnerstag eine Serie von neuen Sanktionen gegen ausländische Unternehmen, die Geschäfte mit dem ostasiatischen Land machen. Bestraft werden können etwa Banken, die Transaktionen mit Nordkorea tätigen oder ermöglichen. Die US-Konten dieser Institutionen können gesperrt werden. US-Finanzminister Steve Mnuchin sagte, ausländische Finanzinstitute müssten sich nun entscheiden, ob sie Geschäfte mit den USA oder mit Nordkorea machen wollten.

Trump bewertete es auch als großen Fortschritt, dass die chinesische Zentralbank inzwischen begonnen habe, ihre Transaktionen mit dem Nachbarland zurückzufahren. Er dankte dem chinesischen Staatschef Xi Jinping für diesen „kühnen Schritt“. China spielt als der mit Abstand größte Handelspartner Nordkoreas eine Schlüsselrolle in den Bemühungen, das Land zum Einlenken zu bewegen.

Nordkorea droht mit der Atombombe

Nordkorea droht nach den jüngsten UN-Sanktionen Japan mit Vernichtung durch eine Atombombe und den USA mit “Asche und Dunkelheit”.

Auch die EU beschloss neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. Dazu gehören nach Angaben von Diplomaten ein vollständiges Verbot von Investitionen und Ölexporten sowie die Belegung weiterer nordkoreanischer Vertreter mit Einreise- und Vermögenssperren.

Die internationale Gemeinschaft hatte bereits vergangene Woche als Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Atomwaffentest weiter an der Sanktionsschraube gedreht. Der UN-Sicherheitsrat beschloss unter anderem ein Verbot von Textilimporten aus Nordkorea, ein Gasembargo sowie Beschränkungen bei Öllieferungen.

Nordkorea hatte die Weltgemeinschaft in den vergangenen Wochen nicht nur mit seinem sechsten Atomwaffentest, sondern auch mit Raketentests in Unruhe versetzt. Der Konflikt mit dem ostasiatischen Land steht deshalb im Zentrum des derzeitigen einwöchigen Treffens von Staatenlenkern aus aller Welt am UN-Hauptquartier in New York.