Nach Giftgasanschlag in Syrien: Russland warnt vor Interventionen

Der UN-Sicherheitsrat tagte gestern in New York nachdem ein Giftgasanschlag im syrischen Duma verübt worden war. Foto: dpa

Russland ließ gestern auf einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York verkünden, dass der Westen vorsichtig im Angesicht des letzte Woche verübten Giftgasanschlags in Duma sein solle. Es dürfe keine bewaffneten Einsätze auf syrischem Boden geben.

Bewaffnete Angriffe „unter dem lügnerischen Vorwand, sich gegen Syrien zu richten“, würden „schwere Folgen“ haben, sagte der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Wassily Nebensja. „Wir fordern den Westen auf, seine kriegerische Rhetorik zu unterlassen“, fügte Nebensja hinzu. Moskau habe Washington gewarnt, dass es keine Gefährdung russischer Soldaten auf syrischem Boden dulden werde.

Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, wiederholte in der Sicherheitsratssitzung die Drohung ihrer Regierung mit einer militärischen Reaktion. „Wir haben den Punkt erreicht, an dem die Welt sehen muss, dass in Syrien der Gerechtigkeit genüge getan wird“, sagte sie.

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Der UN-Sicherheitsrat beriet am Montag auf Antrag der USA, Frankreichs, Großbritanniens und sechs weiterer Länder über den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff in Duma. Bei Angriffen der syrischen Regierungstruppen auf die Rebellenhochburg nahe Damaskus soll am Samstagabend angeblich Chlorgas eingesetzt worden sein. Nach Angaben syrischer Rettungskräfte wurden dabei fast 50 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt.

Das Weiße Haus beschuldigte Moskau und Teheran am Montag erneut, für „diese Taten“ mit verantwortlich zu sein. „Sie wären nicht möglich ohne ihre materielle Unterstützung“, sagte Pressesprecherin Sarah Sanders. Die syrische Regierung sowie ihre Verbündeten Russland und Iran haben die Verwendung chemischer Waffen abgestritten.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine rasche Antwort auf den mutmaßlichen Giftgasangriff angekündigt. Seine Regierung werde diese Entscheidung innerhalb der nächsten 48 Stunden treffen, sagte Trump am Montag.

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