Mossul: irakische Regierung verkündet Sieg über IS

Die nordirakische Großstadt Mossul ist nach Regierungsangaben nach monatelangem Kampf vollständig von der Besetzung durch Extremisten des Islamischen Staates (IS) befreit worden. [dpa, Archiv]

Nach neun Monaten erbitterter Kämpfe hatte die irakische Regierung am Sonntag den Sieg über den IS in dessen Hochburg Mossul verkündet.

„Der Oberkommandierende der Streitkräfte, Ministerpräsident Haider al-Abadi, ist in der befreiten Stadt Mossul angekommen und hat den heldenhaften Kämpfern und dem irakischen Volk zu dem großen Sieg gratuliert“, teilte die irakische Regierung am Sonntag mit.Regierungschef Haider al-Abadi beglückwünschte die Armee in Mossul persönlich, wie sein Büro am Sonntag erklärte. In der Großstadt im Norden des Irak waren allerdings auch am Sonntag noch Schüsse zu hören.

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Die Europäische Union hat das von der irakischen Regierung verkündete Ende der Besatzung von Mossul als „entscheidende Etappe“ im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bezeichnet. Nun sei es „unerlässlich“, das Vertrauen zwischen den verschiedenen Gemeinschaften im Irak wieder herzustellen“, erklärten die EU-Außenbeauftragte Federica
Mogherini und der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, am Sonntag in Brüssel. Nur so könnten die Iraker „beginnen, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen“.

Mogherini und Stylianides würdigten den „Mut des irakischen Volkes, seiner Regierung und seiner Streitkräfte“ und die Soldaten, die ihr Leben für den Sieg geopfert hätten. Sie sicherten dem Irak die Unterstützung der EU in Angelegenheiten der humanitären Hilfe und Sicherheit zu, um „die Herausforderungen der Stabilisierung und der Versöhnung“ zu meistern.

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Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon lobte die irakische Regierung und die Streitkräfte für deren Erfolg im Kampf gegen den IS in Mossul. Aber es müsse „noch viel getan“ werden, um die Dschihadistenmiliz vollständig aus Mossul und Umgebung zu vertreiben, erklärte Fallon. Zudem seien „Säuberungseinsätze“ nötig, weil es die Gefahr von Sprengsätzen gebe.