Merkel stärkt WHO bei den Vereinten Nationen den Rücken

Angela Merkel kündigte an, die WHO auch weiterhin beim Kampf gegen gesundheitliche Bedrohungen zu unterstützen. [EPA-EFE/TOBIAS SCHWARZ / POOL]

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat als Lehre aus der Corona-Krise eine größere Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation angemahnt.

Die Pandemie führe die Bedeutung der WHO vor Augen, die es zu stärken gelte, sagte Merkel in einer Videobotschaft für Corona-Sonderberatungen der Vereinten Nationen (UN) am Donnerstagabend (3. Dezember). “Sie muss noch besser imstande sein auf grenzüberschreitende Bedrohungen der Gesundheit reagieren zu können.” Dafür werde sich Deutschland im Rahmen seiner EU-Ratspräsidentschaft aber auch sonst international einsetzen. Denn diese globale Krise könne nur global überwunden werden.

Doch trotz aller Beschwernisse in diesem Krisenjahr zeige sich auch dank der Impfstoffentwicklung “ein Licht am Ende des Tunnels”, sagte Merkel. Allerdings müssten alle Menschen weltweit einen fairen Zugang zu wirksamen Impfstoffen haben. Nur dann könne die Pandemie nachhaltig überwunden werden.

COVID-19: Deutschland will WHO-Empfehlung zu Remdesivir nicht folgen

Deutschland hat beschlossen, einer kürzlich ergangenen Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegen den Einsatz von Remdesivir nicht zu folgen. Das Medikament hatte sich bei der Behandlung einiger COVID-19-Symptome als wirksam erwiesen und war in Europa im Juli zugelassen worden.

Versteckte Schelte für Trump

UN-Generalsekretär Antonio Guterres kritisierte Länder, ohne Namen zu nennen, die Fakten über die Coronavirus-Pandemie bestritten und die Richtlinien der WHO ignoriert hätten. “Von Anfang an stellte die Weltgesundheitsorganisation sachliche Informationen und eine wissenschaftliche Anleitung zur Verfügung, die die Grundlage für eine koordinierte globale Reaktion hätten sein sollen”, sagte Guterres. “Leider wurden viele dieser Empfehlungen nicht befolgt. Und in einigen Situationen gab es eine Ablehnung von Fakten und eine Ignorierung der Leitlinien. Und wenn Länder in ihre eigene Richtung gehen, geht das Virus in alle Richtungen”, sagte er.

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Jahres die Mittel für die WHO gekürzt und angekündigt die Organisation zu verlassen. Er wirft ihr eine zu große Nähe zu China vor und damit eine Vertuschungspolitik der Volksrepublik nach dem dortigen Virusausbruch unterstützt zu haben. Der US-Rückzug würde im Juli nächsten Jahres in Kraft treten, aber der designierte neue Präsident Joe Biden hat angekündigt, den Schritt rückgängig machen.

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