Mehrheit der Bulgaren betrachtet NATO als einzigen Garanten für Sicherheit

Vor diesem Hintergrund sagten 36 Prozent der Befragten, dass Bulgarien eine neutrale Position in dem Krieg einnehmen sollte, und unterstützen Russlands Standpunkt. Andererseits unterstützen 43 Prozent den Kreml nicht. [Shutterstock/J_UK]

Mehr als die Hälfte der Bulgaren ist der Ansicht, die nationale Sicherheit und territoriale Integrität des Landes könne außerhalb der NATO nicht gewährleistet werden, während jeder Vierte der Meinung ist, dass dies möglich sei, wie eine landesweite Umfrage der Agentur Market Links ergab.

Vor diesem Hintergrund sagten 36 Prozent der Befragten, dass Bulgarien eine neutrale Position in dem Krieg einnehmen sollte, und unterstützen Russlands Standpunkt. Andererseits unterstützen 43 Prozent den Kreml nicht.

Viel deutlicher fällt die Beurteilung des Gaslieferstopps nach Bulgarien aus. Insgesamt 70 Prozent halten die Aussetzung der russischen Gaslieferungen für ungerecht, während 18 Prozent das nicht so sehen.

Die soziologische Umfrage zeigt, dass sich die Bulgar:innen generell unsicher fühlen.

„Man hat das Gefühl, dass die Regierung immer noch in gewissem Maße umherirrt, Fehler macht und diese, wenn möglich, im Vorbeigehen korrigiert. Deshalb geht gerade in diesen schweren Krisen das Gefühl einer starken und überzeugenden Führung des Landes verloren“, sagte der Soziologe Dobromir Zhivkov von Market Links.

„Wenn wir den Institutionen nicht trauen, ist es schwierig, sie zu unterstützen. Manchmal verstehen wir nicht oder wollen nicht verstehen, warum die eine oder andere Politik verfolgt wird“, erklärte er.

Außerdem sind 80 Prozent der Menschen unzufrieden mit der Entwicklung des Landes, während sich nur 15 Prozent zufrieden zeigen.

Wenn heute Parlamentswahlen stattfinden würden, würden 22,9 Prozent der Befragten für die ehemalige Regierungspartei GERB unter der Führung von Bojko Borissow stimmen.

Die Unterstützung für diese Partei hat sich nicht verändert. Aber die hohe Inflation und die Kaskade außenpolitischer Krisen schwächt die Unterstützung für die wichtigste Partei der Regierungskoalition – „Der Wandel geht weiter.“ 16,9 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen äusserten ihre Unterstützung. für die Partei.

Die dritte politische Kraft ist die sozialdemokratische Bulgarische Sozialisitsche Partei (BSP) mit 11 Prozent, gefolgt von der türkischen Minderheitenpartei DPS mit 9,3 Prozent, der pro-russischen nationalistischen Partei Vazrazhdane mit 8,6 Prozent und der Demokratischen Partei Bulgariens mit 7,4 Prozent.

Die populistische Partei ‚Es gibt ein solches Volk‘ käme auf 5,8 Prozent. Die beiden letztgenannten Parteien sind ebenfalls Teil der vierköpfigen Regierungskoalition.

Von Januar bis April ist das Vertrauen in die Nationalversammlung von 22 auf 8 Prozent und das Vertrauen in die Regierung von 36 auf 15 Prozent gesunken.

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