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18/01/2017

Mehr als 5.800 Flüchtlinge am Wochenende im Mittelmeer gerettet

EU-Außenpolitik

Mehr als 5.800 Flüchtlinge am Wochenende im Mittelmeer gerettet

Die libysche Küstenwache griff rund 500 Migranten auf und brachte sie Internierungslager.

Foto: dpa

Bei Einsätzen im Mittelmeer haben europäische Schiffe am Wochenende mehr als 5.800 Flüchtlinge gerettet. Mindestens zehn Migranten überlebten die gefährliche Schifffahrt nicht.

Wie die italienische Küstenwache mitteilte, wurden am Samstag fast 3.700 Flüchtlinge gerettet und am Sonntag mehr als 2.100 weitere. Zehn Flüchtlinge konnten nur tot geborgen werden. Die libysche Küstenwache griff ihrerseits rund 500 Migranten auf und brachte sie Internierungslager.

Am Samstag wurden laut italienischer Küstenwache insgesamt 3.690 Flüchtlinge gerettet, die auf 17 Booten unterwegs waren. An den Einsätzen waren mehrere italienische Schiffe von Marine, Zoll und Küstenwache beteiligt sowie Schleppkähne, ein Frachter und ein französisches Marineschiff. Die ersten Flüchtlinge wurden in der Nacht zum Sonntag auf der Insel Lampedusa an Land gebracht, weitere trafen am Sonntag in Crotone in Kalabrien ein. Spätestens am Montag sollten weitere Migranten auf Sizilien eintreffen.

Bei 13 Einsätzen am Sonntag wurden zudem 2.152 Flüchtlinge in Sicherheit gebracht. Vier weitere Einsätze dauerten am Abend noch an. Laut Küstenwache überlebten mindestens zehn Migranten die gefährliche Schifffahrt nicht: Acht Leichen seien am Sonntag auf zwei verschiedenen Booten aufgefunden worden. Zwei Flüchtlinge seien ertrunken, als sie versucht hätten, zu den rettenden Schiffen zu gelangen. Keines der Boote habe aber Schiffbruch erlitten.

Am Sonntag nahm allein das italienische Marineschiff „Bettica“ mehr als 570 Migranten von vier Booten auf. Das Schiff „MV Phaenix“ der Organisation Ärzte ohne Grenzen und der Organisation Migrant Offshore Aid Station (Moas) rettete 369 Flüchtlinge. Das Schiff war am Sonntag in Malta in See gestochen.

Auf Lampedusa traf am Sonntagabend ein kleines Boot mit 50 Flüchtlingen ein. Die italienische Insel liegt nicht weit vom afrikanischen Kontinent entfernt, weshalb unzählige Flüchtlingsboote sie ansteuern.

Die libysche Küstenwache griff am Sonntag in Küstennähe rund 500 Flüchtlinge auf, die in fünf Booten in Richtung Europa gestartet waren. Nach Behördenangaben wurden sie an Land gebracht und mit Bussen zu Internierungslagern rund um die Küstenstadt Misrata gefahren. „Wir werden es wieder versuchen, zum zweiten und zum dritten Mal. Wir erreichen Europa oder wir sterben“, sagte eine Frau, die ungenannt bleiben wollte.

Schleuser machen sich das durch den Bürgerkrieg in Libyen entstandene Chaos zunutze, um immer mehr Migranten auf oft kaum seetüchtigen und überladenen Schiffen in Richtung Europa zu schicken. Allein in den ersten Monaten dieses Jahres kamen dabei im Mittelmeer mehr als 1750 Flüchtlinge ums Leben – 30 Mal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Die bislang größte Katastrophe ereignete sich Ende April, als beim Untergang eines völlig überladenen Schiffs vor der Küste Libyens möglicherweise mehr als 800 Menschen starben. Insgesamt kamen allein im April mehr als 1.200 Menschen ums Leben.

Nach den Flüchtlingstragödien beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel Ende April, die Mittel für die „Triton“-Überwachungsmission zu verdreifachen. „Triton“, der Nachfolgeeinsatz der italienischen Seenotrettungsoperation „Mare Nostrum“, hat seitdem statt drei rund neun Millionen Euro pro Monat zur Verfügung.

Die Zahl von 5.800 geretteten Flüchtlingen an zwei Tagen ist eine der höchsten Zahlen, aber kein Rekord: Erst am 12. und 13. April wurden insgesamt mehr als 6.600 Migranten aus dem Mittelmeer gerettet.

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