Mehr als 40 Millionen Menschen sind Opfer von Sklaverei

Textilarbeiterinnen in Bangladesch. Das Europäische Jahr der Entwicklung soll zu einer Verbesserung auch ihrer Arbeitsbedingungen beitragen. [© Asian Development Bank / flickr]

Mehr als 40 Millionen Menschen sind einer Schätzung von Menschenrechtsgruppen zufolge weltweit Zwangsarbeiter.

“Ein Teil unserer Kleidung und unserer Nahrungsmittel wird von Zwangsarbeitern hergestellt, ebenso werden einige der Gebäude, in denen wir leben und arbeiten, von ihnen errichtet und gereinigt”, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Die gemeinsame Zählung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie der Hilfsorganisationen International Organization for Migration (IOM) und Walk Free Foundation geht davon aus, dass 2016 40,3 Millionen Menschen Opfer moderner Sklaverei waren – zurückhaltend geschätzt.

Eritrea: EU-Gelder für das "Nordkorea von Afrika"

Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind in Eritrea alltäglich. Dennoch will die EU dessen autokratisches Regime in einem Grenzschutzprojekt gegen Fluchtbewegungen unterstützen – mit Entwicklungshilfegeldern und unter deutscher Leitung.

Etwa 24,9 Millionen Menschen arbeiteten der Studie zufolge gegen ihren Willen in Fabriken, auf Baustellen, Farmen und Fischerbooten. Zusätzlich erfasste die Studie 15,4 Millionen Menschen, die Opfer von Menschenhandel waren oder zwangsverheiratet wurden. Demnach sind drei Viertel aller Sklaven weltweit weiblich und ein Viertel minderjährig.

“Da ein großer Teil der modernen Sklaverei in Zusammenhang mit Migration steht, ist eine bessere Migrationspolitik zum Schutz von Opfern und der Verhinderung von Zwangsarbeit von fundamentaler Bedeutung”, heißt es in der Studie.

Menschenhandel: Ein lukratives Verbrechen

Das EU-Parlament will im Kampf gegen den globalen Menschenhandel aufrüsten. Ermittler sollen die Verflechtungen mit der Finanzindustrie ins Visier nehmen, um die mächtigen Netzwerke des organisierten Verbrechens zu zerschlagen.

Am weitesten verbreitet sei die moderne Sklaverei in Afrika sowie im Asien-Pazifik-Raum. Die ILO und die Hilfsorganisation Walk Free erhoben für die Schätzung Daten in 48 Ländern und interviewten mehr als 71.000 Menschen.

Weitere Informationen

Legale Prostitution: Mit käuflicher Liebe gegen Menschenhandel?

Die meisten Opfer von Schleppern werden sexuell ausgebeutet - fast immer sind Frauen und Mädchen betroffen. Eine Studie hat nun untersucht, ob erlaubte Prostitution den Menschenhandel eindämmen kann.