Medienberichte: Kommen Oleg Senzow und ukrainische Seeleute frei?

Es bleibt unklar, ob der Austausch derzeit erfolgt oder unmittelbar bevorsteht. Es gibt weder auf ukrainischer noch auf russischer Seite eine offizielle Bestätigung für den Gefangenenaustausch. [EPA-EFE/ALEXANDER BECHER]

Kiew und Moskau haben sich offenbar darauf geeinigt, Gefangene auszutauschen. Das jedenfalls melden ukrainische Medien. Demnach sollen der Regisseur Oleg Senzow und ukrainische Seeleute freikommen. EURACTIVs Medienpartner Deutsche Welle berichtet.

Das russische Onlineportal „Doschd“, welches der Opposition nahesteht und in der Regel seriös und zuverlässig berichtet, beruft sich dabei auf einen Facebook-Eintrag des ukrainischen Generalstaatsanwaltes Ruslan Rjaboschaki, den dieser selbst weiterpostete. Eine weitere Quelle ist eine Mitarbeiterin des ukrainischen Parlamentes, Anna Islamowa, sowie der der frühere Duma-Abgeordnete Ilya Ponomarjow. Indessen bleibt unklar, ob der Austausch derzeit erfolgt oder unmittelbar bevorsteht. Wichtig ist, dass es weder auf ukrainischer noch auf russischer Seite eine offizielle Bestätigung für den Gefangenenaustausch gibt.

Freilassung könnte kurz bevorstehen

Die ukrainische Zeitung „Ukrainskaja Prawda“ („Ukrainische Wahrheit“) nimmt Bezug auf „unbestätigte Quellen“. Danach würde der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die von Russland freigelassenen Gefangenen persönlich auf dem Flughafen in Kiew in Empfang nehmen. Das Flugzeug könnte in wenigen Stunden landen. Später wurde diese Nachricht wieder entfernt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass letzte Details des Gefangenenaustausches offenbar doch noch nicht klar sind. In den sozialen Medien, etwa dem Telegram-Kanal der ukrainischen Staatssicherheit, erschienen ähnliche Meldungen. Allerdings wurde hier nicht über die genaue Ankunftszeit des Fluges mit den Gefangenen spekuliert.

Alexej Venediktov, Chefredakteur der Radiostation und des Onlineportals „Echo Moskvy“ („Echo Moskau“), schrieb ebenfalls über Telegram, dass das Flugzeug mit den ukrainischen Gefangenen in Kiew landen werde. Auf Rückfrage bei den zuständigen Stellen am Flughafen in Kiew versicherten die Beamten jedoch, dass sie derzeit keine Flüge aus Moskau erwarten. Unbestätigten Meldungen zufolge sei um 1.05 Uhr ein Flugzeug auf dem Flughafen Ostafjewo in der Nähe von Moskau gelandet. Möglicherweise, so wird in den sozialen Medien spekuliert, seien hier die russischen Gefangenen an Bord.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten den Kreml aufgefordert, die in Russland inhaftierten Gefangenen freizulassen. Bei einer Konfrontation im Asowschen Meer am 25. November 2018 wurden 22 ukrainische Matrosen der ukrainischen Kanonenboote „Nikopol“ und „Berdjansk“ und des Schleppers „Jany Kapu“ gefangen genommen. Ihnen drohen in Russland lange Gefängnisstrafen. Am 11. Juli führten die Präsidenten Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj ein erstes Telefongespräch. Ein wichtiges Thema war der Austausch von Gefangenen. Entsprechende Vorbereitungen seien im Gange, berichtete Ende August der russische TV-Sender RBK.

Ein Gericht in Kiew entschied am 28. August, dass Kirill Wyschinskij, Büro-Leiter der Nachrichtenagentur RIA-Novosti Ukraine, das Untersuchungsgefängnis verlassen durfte. Dem 52-Jährigen warfen die ukrainischen Behörden Hochverrat vor. Ihm drohten bis zu 15 Jahren Haft. Der Leiter des Auswärtigen Ausschusses im Russischen Föderationsrat, Konstantin Kossatschow, begrüßte die Freilassung. Nun gibt es in beiden Ländern vermehrt Meldungen, dass Russland und die Ukraine nun auch andere Gefangene freilassen könnten.

 

 

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