McAllister: Serbien von EU-Beitritt immer noch weit entfernt

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, David McAllister. [EP]

Nach der Präsidentschaftswahl in Serbien sieht der Serbien-Beauftragte im EU-Parlament, David McAllister (CDU), noch lange nicht in der EU.

Zwar habe die Regierung unter dem bisherigen Ministerpräsidenten und künftigen Staatschef Aleksandar Vucic schon wichtige sozioökonomische Reformen beschlossen, sagte der Chef des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wann Serbien der EU beitreten wird, lässt sich jedoch nicht seriös vorhersagen.“

EU-Beitritt: Hahn macht Serbien Mut

Serbien werde nächste Woche mindestens ein neues Kapitel in den Verhandlungen zum EU-Beitritt aufschlagen können, meint Erweiterungskommissar Johannes Hahn. EURACTIV Serbien berichtet.

McAllister mahnte, Serbien müsse in Schlüsselbereichen wie Rechtsstaatlichkeit, Kampf gegen Korruption, Reform der öffentlichen Verwaltung und Medienfreiheit noch deutliche Fortschritte machen und erst einmal die Voraussetzungen für einen EU-Beitritt erfüllen. „Bis dahin ist es für alle Länder des westlichen Balkans noch ein weiter Weg“, fügte der
Europapolitiker hinzu.

McAllister forderte von Serbien auch Zugeständnisse im Konflikt mit der früheren serbischen Provinz Kosovo: „Eine weitere bedeutende Aufgabe Serbiens wird es sein, die Beziehungen zum Kosovo zu normalisieren.“ Im Gegensatz zu den meisten EU-Staaten erkennt Belgrad die Unabhängigkeit des Kosovo nicht an.

Serbien: Kein Krieg um den Kosovo

Die Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo sind noch immer angespannt. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass eine große Mehrheit der Serben einen bewaffneten Konflikt um die umstrittene Provinz ablehnt. EURACTIV Serbien berichtet.