Magere Bilanz des EU-Flüchtlingsdeals

Bisher wurden nur 801 Flüchtlinge von Griechenland in die Türkei zurückgebracht [Foto: dpa (Archiv)]

Die Abschiebung von Flüchtlingen aus Griechenland im Zuge des Flüchtlingsabkommens zwischen der EU und der Türkei kommt weiter nur schleppend voran.

Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf eine Liste der EU-Kommission berichtete, wurden bisher nur 801 Flüchtlinge von Griechenland in die Türkei zurückgebracht – mehr als die Hälfte bereits in den ersten zwei Monaten nach dem Inkrafttreten der Vereinbarung.

Der EU-Türkei-Deal: Nullsummenspiel mit falschen Anreizen?

Bedenklich aus juristischer, „aber auch menschlicher“ Sicht: Regierungsvertreter etlicher Staaten nennen die Abmachung zwischen der Türkei und der EU problematisch – ebenso wie den kritiklosen Umgang mit der Regierung Erdoğan.

Das im März 2016 mit Ankara geschlossene Flüchtlingsabkommen sieht vor, dass die Türkei alle illegal auf den griechischen Inseln ankommenden Flüchtlinge zurücknimmt. Damit soll Schlepperbanden in der Ägäis die Geschäftsgrundlage entzogen werden. Für jeden abgeschobenen Flüchtling will die EU laut dem Abkommen einen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufnehmen.

Letzteres gelang im vergangenen Jahr bei 2672 syrischen Flüchtlingen, wie die „WamS“ weiter berichtete. Deutschland habe 1060 dieser Syrer aufgenommen,gefolgt von Frankreich mit 438 und den Niederlanden mit 409 Flüchtlingen.

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