Macron telefoniert mit Putin und Draghi wegen Afghanistan

In dem über eineinhalbstündigen Telefonat mit Putin habe Macron insbesondere über "vordringliche Erwartungen" an die radikalislamischen Taliban gesprochen. [EPA/ERIC GAILLARD]

Angesichts der Krise in Afghanistan hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine enge internationale Zusammenarbeit in einem Telefongespräch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin eingefordert.

In dem über eineinhalbstündigen Telefonat mit Putin habe Macron insbesondere über „vordringliche Erwartungen“ an die radikalislamischen Taliban gesprochen, wie der Elysée-Palast am Donnerstag (19. August) mitteilte. Dazu zählten demnach der „Kampf gegen den Drogen- und Waffenhandel, der Bruch mit internationalen terroristischen Bewegungen, der Respekt der Rechte von Frauen“.

Die beiden Präsidenten hätten vereinbart, sich in den nächsten Tagen und Wochen eng abzustimmen – bilateral ebenso wie im Rahmen des UN-Sicherheitsrates und der G20, teilte die französische Präsidentschaft weiter mit. Zuvor hatte Macron demnach mit dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi ebenfalls eine enge Zusammenarbeit im Rahmen der EU vereinbart, um die Evakuierungsflüge für Europäer und Afghanen aus Kabul zu gewährleisten und um auf „Konsequenzen der afghanischen Krise“ vorbereitet zu sein.

In dieser Woche hatte Macron auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem britischen Regierungschef Boris Johnson gesprochen. Ein G7-Treffen ist für nächste Woche vorgesehen.

Bei dem Gespräch mit Putin forderte Macron zudem erneut eine Freilassung des in Russland inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny. Dessen Vergiftung in Russland jährt sich am Freitag (20. August) zum ersten Mal.

Merkel reist am Freitag zu Gesprächen mit Putin nach Moskau. Dabei soll es unter anderem auch um die Lage in Afghanistan gehen.

Die Taliban hatten am Sonntag nach der Eroberung mehrerer Provinzhauptstädte überraschend schnell die Macht in Kabul übernommen. Westliche Staaten arbeiten seitdem hektisch daran, vor allem ihre Staatsbürger und afghanische Ortskräfte in Sicherheit zu bringen.

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