Maas: Türkei muss Gespräche im Gasstreit im Mittelmeer ermöglichen

“Es liegt an der Türkei, Bedingungen für Gespräche zu schaffen”, sagte Maas am Dienstag in Nikosia nach einem Treffen mit seinem zypriotischen Kollegen Nikos Christodoulides. [EPA-EFE/JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN]

Bundesaußenminister Heiko Maas hat die Türkei eindringlich aufgefordert, im Gasstreit im östlichen Mittelmeer auf Zypern und Griechenland zuzugehen.

“Es liegt an der Türkei, Bedingungen für Gespräche zu schaffen”, sagte Maas am Dienstag in Nikosia nach einem Treffen mit seinem zypriotischen Kollegen Nikos Christodoulides. Er habe sich “ganz bewusst” entschieden, nur nach Zypern und Griechenland zu reisen und nicht wie ursprünglich angedacht auch in die Türkei. Maas warf der türkischen Regierung eine doppelte Provokation vor: Es sei das “Gegenteil einer vertrauensbildenden Maßnahme”, nun wieder ein Gas-Explorationsschiff in ein zwischen den Ländern umstrittenes Seegebiet zu schicken. Zudem sei die Eröffnung eines Strandes in dem türkisch besetzten Teil Zypern für Touristen ein “völlig unnötiger und provokativer Schritt”. Türkische Truppen waren 1975 in den nördlichen Teil Zyperns einmarschiert. Seither ist die Insel geteilt.

Auch Christodoulides kritisierte beide Entscheidungen scharf. Allerdings vermieden es beide Außenminister, neue Sanktionen gegen die Türkei zu fordern. Maas verwies darauf, dass die EU der Türkei eine Frist bis Mitte Dezember gesetzt habe, um vertrauensvolle Schritte mit ihren westlichen Nachbarn zu starten. “Deutschland und die EU stehen solidarisch an der Seite Zyperns und an der Seite Griechenlands. Die Halbwertzeit von Zusagen muss länger als zwei Tage sein”, betonte er mit Blick auf die Türkei.

Nach einem Monat Pause hatte die Türkei das Explorationsschiff “Oruc Reis” in die Region südlich der griechischen Insel Kastellorizo entsandt, um seismische Messungen vorzunehmen. Das Schiff war vergangenen Monat im Vorfeld eines EU-Gipfels aus umstrittenen Gewässern abgezogen worden.O

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