Litauen baut Grenzzaun zu Belarus

Litauens Verteidigungsminister Arvydas Anušauskas. [E. Blaževič/LRT]

Litauens Regierung will mit dem Bau von Stacheldrahtzäunen an der Grenze zu Belarus beginnen, bestätigte Verteidigungsminister Arvydas Anušauskas am Donnerstag (8. Juli). 

Zur Begründung hieß es, die Führung in Belarus habe offensichtlich beschlossen, Migrant:innen die illegale Einreise in das EU-Mitglied Litauen zu ermöglichen – möglicherweise als Reaktion auf die Sanktionen, die der Block verhängt hatte, nachdem Minsk ein Ryanair-Flugzeug zur Landung gezwungen und einen regimekritischen Blogger an Bord verhaftet hatte.

Anušauskas bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur BNS, man werde „wahrscheinlich schon heute oder morgen“ mit dem Bau beginnen. Er räumte ein: „Wenn wir die gesamte Grenze [zu Belarus] abdecken wollen, dann wird es sicherlich einige Zeit dauern. Jeder der Hersteller kann fünf Kilometer [Stacheldraht] pro Tag produzieren.“

Vertreter des litauischen Militärs bestätigten gegenüber BNS, dass die Absperrung entsprechend gekennzeichnet werde und als „Puffer“ fungieren solle, der Menschen bis zum Eintreffen von Grenzsoldaten am Überqueren der Grenze hindert.

Tatsächlich wurden in Litauen in den vergangenen Monaten deutlich erhöhte Migranten-Zahlen registriert. Litauische Beamte bezeichneten dies als einen „hybriden Angriff“, der vom belarussischen Regime gegen Litauen inszeniert werde.

Insgesamt wurden dieses Jahr bereits 1.509 Menschen in Litauen festgenommen, nachdem sie die Grenze von Belarus aus überquert hatten. Dies ist ein starker Anstieg gegenüber den durchschnittlich rund 100 Personen, die in den vergangenen Jahren illegal einreisten.

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