Kroatische Kriegsveteranen fordern serbische Aufklärung vor EU-Beitritt

Kroatiens Präsident Zoran Milanovic, hier bei einem Besuch in Berlin am 11. September 2020. [EPA-EFE/FILIP SINGER]

Die Frage nach Vermissten aus dem Krieg 1991-1995 (kroatisch Domovinski rat = Heimatkrieg) muss vor dem angestrebten Beitritt Serbiens zur Europäischen Union geklärt werden. Das betonte Kroatiens Präsident Zoran Milanović am Dienstag bei einem Treffen mit Veteranenverbänden.

Die Gespräche kreisten hauptsächlich um die Lösung der Frage der vermissten „Verteidiger und Zivilisten“, Klagen kroatischer Kriegsgefangener gegen Serbien, mögliche Kriegsreparationen seitens Serbiens für dessen „Aggression gegen Kroatien“ und um Gedenkveranstaltungen zu den entsprechenden Jahrestagen des „Heimatkriegs“.

Die Veteranenverbände machten dabei deutlich, dass derartige Themen nur unter Einbeziehung der höchsten staatlichen Institutionen – des Präsidenten, der Regierung und des Parlaments – gelöst werden können. Deshalb habe man Milanović um „Hilfe und Unterstützung“ bei der Aufklärung gebeten, heißt es in einer Pressemitteilung des Büros des Präsidenten.

Milanović selbst wies im Gespräch allerdings darauf hin, dass es durchaus „rechtliche Hindernisse“ geben könnte, die einer solchen Wiedergutmachung und Klagen seitens kroatischer Ex-Kriegsgefangener entgegenstünden.

Insgesamt sind die Schicksale von 1.468 kroatischen Menschen sowie die Bestattungsorte der sterblichen Überreste von 401 Personen noch immer unbekannt. Somit gibt es 1.869 „ungelöste Fälle“, die aus kroatischer Sicht aufgearbeitet werden müssten, bevor Serbien der EU beitreten könnte.

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