Kroatiens Präsident: Nordmazedonien wird ständig „herumgeschubst“

Kroatiens Präsident Zoran Milanovic, hier bei einem Besuch in Berlin am 11. September 2020. [EPA-EFE/FILIP SINGER]

Nordmazedonien habe alle Bedingungen für die Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen erfüllt, werde aber von gewissen EU-Staaten ständig „herumgeschubst“, kritisierte Kroatiens Präsident Zoran Milanović am Donnerstag.

Laut Milanović habe das Land „bis jetzt einen ziemlich hohen Preis bezahlt. Sie spielen ein vorbildliches Spiel nach allen Regeln; sie haben alle demokratischen Bedingungen erfüllt, die man sich vorstellen kann.“

Er verwies auch auf den Umgang mit der albanischen Minderheit in Nordmazedonien: „Es ist eine multinationale Gemeinschaft mit einer großen albanischen Community – und die Zusammenarbeit vor Ort ist vorbildlich.“

Der Präsident erinnerte weiter, dass die ehemalige jugoslawische Republik „den griechischen Forderungen nachgegeben und sogar ihrem Namen Mazedonien den Zusatz ‚Nord-‚ angefügt hat.“

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