Krise in Gambia droht zu eskalieren

Gambias früherer Präsident Yahya Jammeh [Wikimedia]

Gambias abgewählter Präsident Yahya Jammeh will nicht auf sein Amt verzichten. Westafrikanische Staatschefs ringen um eine Lösung der Krise.

Der Machtkampf in Gambia könnte eskalieren und in eine militärische Intervention zu münden. Das Militär mehrerer Nachbarländer bereitete sich auf ein Eingreifen aus dem Senegal in dem westafrikanischen Nachbarland vor, sollten alle diplomatischen Versuche scheitern, den abgewählten Präsidenten Yahya Jammeh zum Amtsverzicht zu bewegen.

Mauretaniens Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz will in Gesprächen mit dem senegalesischen Präsidenten Macky Sall eine politische Lösung für die Krise im westafrikanischen Gambia suchen.

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Der Internationale Strafgerichtshof sei ein Gericht der Weißen zur Verfolgung farbiger Menschen, meint Gambias Regierung. Auch andere Länder kündigten ihren Rückzug an.

Aziz sei dazu in den Senegal geflogen, hieß es am Donnerstag aus Kreisen des senegalesischen Präsidentenamtes. Der Senegal hat, unterstützt von anderen Staaten der Region, mit einem Einmarsch in Gambia gedroht, sollte der abgewählte Staatschef Yahya Jammeh sein Amt nicht Mitternacht aufgeben und die Macht an den Wahlsieger Adama Barrow übergeben. Dazu hat das Land Truppen an der Grenze stationiert.

Am Mittwoch war Jammehs Stellvertreterin Isatou Njie Saidy von ihrem Posten zurückgetreten. Mehrere andere Minister hatten schon davor ihren Rücktritt eingereicht. Zahlreiche Gambier versuchen, außer Landes nach nach Senegal, Guinea-Bissau und Guinea zu fliehen.

Jammeh regiert den kleinen Staat seit 22 Jahren autokratisch. Er hatte sich 1994 an die Macht geputscht und wurde seitdem stets wiedergewählt.

Jammeh regiert das Land seit einem Putsch 1994. Er akzeptiert das Ergebnis der Wahl vom Dezember nicht und lehnt eine Übergabe der Macht an Barrow bislang ab, mit dem die Opposition erstmals einen gemeinsamen Kandidaten aufgestellt hatte. NGOs werfen der Regierung unter Jammeh schwere Menschenrechtsverletzungen vor, darunter willkürliche Inhaftierungen und die Einschüchterung von Journalisten.

Die Afrikanische Union und die westafrikanische Organisation Ecowas haben beide angekündigt, ab Donnerstag nur noch Barrow als den Präsidenten Gambias anzuerkennen.

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