Kreml wirft Polen Untätigkeit bei Angriff auf Botschafter vor

Der Zwischenfall ereignete sich bei der Kranzniederlegung auf dem militärischen Gedenkfriedhof für sowjetische Soldaten in Warschau. Einige Demonstrant:innen bespritzten den Botschafter und weitere Mitglieder des diplomatischen Personals mit roter Farbe, während andere den Kranz an sich rissen. [Shutterstock/OnePixelStudio]

Das russische Außenministerium hat den polnischen Behörden vorgeworfen, den Beschuss des russischen Botschafters mit roter Farbe bei den Feierlichkeiten zum Tag des Sieges in Warschau nicht verhindert zu haben.

Russland hat Polen außerdem aufgefordert, eine neue Zeremonie zu organisieren, bei der absolute Sicherheit gewährleistet ist, berichtet die russische Agentur TASS.

Der Zwischenfall ereignete sich bei der Kranzniederlegung auf dem militärischen Gedenkfriedhof für sowjetische Soldaten in Warschau. Einige Demonstrant:innen bespritzten den Botschafter und weitere Mitglieder des diplomatischen Personals mit roter Farbe, während andere den Kranz an sich rissen.

„Neonazi-Anhänger haben wieder einmal ihr Gesicht gezeigt – und das ist ein rotes Gesicht“, kommentierte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, laut TASS. Der Vorfall habe „bewiesen, was ohnehin offensichtlich war: Der Westen hat den Kurs zur Rückkehr des Faschismus gewählt“, fügte sie hinzu.

In der offiziellen Erklärung des Ministeriums hieß es, der Vorfall habe sich „bei völliger Untätigkeit der Polizei“ ereignet. Moskau beschuldigte die polnischen Behörden, diejenigen, die Andrejew angegriffen hätten, stillschweigend zu unterstützen.

Der Sprecher der Warschauer Polizei, Sylwester Marczak, erklärte daraufhin gegenüber den Medien, die Polizei sei „von Anfang an“ auf dem Friedhof präsent gewesen und habe den Botschafter nach dem Angriff der Demonstranten zum Auto zurückbegleitet. Der Polizeisprecher fügte hinzu, man werde die Umstände analysieren und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Die ukrainische Journalistin Iryna Zemlyana gab später zu, dass sie es gewesen sei, die Andrejew mit der Farbe beworfen habe, wie die Agentur UNIAN mitteilte. Die Delegation „ging mit Scham davon, als wir ‚Faschisten‘ schrien. Wir haben es ihnen unmöglich gemacht, den Kranz niederzulegen“, sagte sie.

Das polnische Außenministerium verurteilte den Vorfall, der „nicht hätte stattfinden dürfen“, da „Diplomat:innen besonderen Schutz genießen, unabhängig von der Politik ihrer Regierungen.“

Russische Medien zitierten hingegen Innenminister Mariusz Kamiński, der zugab, dass „er die Emotionen der ukrainischen Frauen versteht, deren Männer ihr Heimatland tapfer verteidigen.“

Die Demonstration sei legal gewesen und die polnischen Behörden hätten „dem Botschafter nicht empfohlen, am 9. Mai in Warschau einen Kranz niederzulegen“, so Kamiński weiter.

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