Kramp-Karrenbauer betont nach Kritik von Macron enges Verhältnis zu Frankreich

Annegret Kramp-Karrenbauer teile die Vision einer europäischen Armee - doch noch brauche man die NATO. [Sean Gallup / POOL / EPA]

Nach der Kritik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an ihren Äußerungen zur europäischen Sicherheitspolitik hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ihre enge Verbindung zu Frankreich hervorgehoben.

„Als Saarländerin bin ich eine sehr frankophile Person, ich kenne Frankreich sehr gut und liebe Frankreich heiß und innig“, sagte Kramp-Karrenbauer bei der Veranstaltungsreihe „Augsburger Allgemeine Live“ am Mittwochabend.

Sie sei sich mit Macron darüber einig, „dass wir Europäer mehr tun müssen für unsere eigene Sicherheit und Verteidigung“, betonte Kramp-Karrenbauer. Worum es am Ende gehe, sei die Frage, ob die Europäer sich sicherheitspolitisch mehr engagieren wollten, „um ein besseres Verhältnis mit den USA zu haben – oder tun wir es, um ohne die USA und ohne Nato zurecht zu kommen?“ Sie sei der festen Überzeugung: „Wir werden immer noch die Nato und gute amerikanische Verbündete brauchen.“

Die Terrorserie von 2015 prägt Frankreich bis heute

Am 13. November 2015 töteten Islamisten in Paris 130 Menschen, allein im Club „Bataclan “ gab es 90 Tote. Der Jahrestag ruft das Trauma einer Nation wieder wach.

Macrons Vision einer europäischen Armee teile sie, sagte die CDU-Chefin. „Ob das am Ende eine europäische Armee ist oder eine Armee der Europäer, darüber kann man streiten. Aber dass wir gemeinsam als Europäer in den Einsatz gehen wollen und dass wir auch gemeinsam auch Verteidigungssysteme für die Zukunft entwickeln wollen, das ist völlig unbestritten.“

Kramp-Karrenbauer hatte Anfang November in einem Beitrag für das Magazin „Politico“ geschrieben, dass die „Illusion über eine europäische strategische Autonomie“ ein Ende haben müsse. „Die Europäer können die entscheidende Rolle der USA als Garant für Sicherheit nicht ersetzen“, schrieb die Verteidigungsministerin. Macron hatte die Einschätzung Kramp-Karrenbauers in einem Interview mit dem Online-Magazin „Le Grand Continent“ als eine „Fehlinterpretation der Geschichte“ kritisiert.

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