Kommission droht USA mit Zöllen von knapp 300 Milliarden Euro

Im Jahr 2017 wurden Autos im Wert von 37,4 Milliarden Euro aus der EU in die USA verkauft. [Joerg Huettenhoelscher/Shutterstock]

Sollte US-Präsident Donald Trump seine Überlegung wahrmachen, Importzölle auf europäische Autos zu verhängen, würden der EU gewaltige Einbußen drohen. Die EU-Kommission kündigt heute schon mögliche Vergeltungsmaßnahmen an.

In einer heute veröffentlichten Stellungnahme der Brüsseler Behörde, die sich an das US-Wirtschaftsministerium richtet, ist von möglichen Vergetungszöllen auf amerikanische Waren im Wert von bis zu 294 Milliarden Dollar die Rede. Der unmittelbare Schaden für die amerikanische Wirtschaft würde sich demnach auf 13 bis 14 Milliarden Dollar summieren. Basis für die Berechnung sind die Reaktionen der US-Handelspartner auf die von der US-Regierung verhängten Abgaben aus Stahl und Aluminium.

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US-Präsident Donald Trump droht der EU mit Einfuhrzöllen auf Autos und Autoteile von 20 Prozent. In Washington läuft derzeit eine Untersuchung, ob Autoimporte die nationale Sicherheit untergraben. Ein solcher Schritt träfe insbesondere deutsche Hersteller. Trump ärgert das Ungleichgewicht in der Branche. Im Jahr 2017 wurden Autos im Wert von 37,4 Milliarden Euro aus der EU in die USA verkauft. Im Gegenzug fanden amerikanische Pkw im Wert von lediglich 6,2 Milliarden Euro Abnehmer in Europa. Die Kommission betonte allerdings in ihrer Stellungnahme die Bedeutung europäischer Autobauer, die in den USA produzieren. Sie kamen im vergangenen Jahr mit 2,9 Millionen Autos auf ein Viertel der dortigen Fertigung.

Die USA verlangen seit Anfang Juni Importzölle auf Stahl und Aluminium aus der EU. Auch andere Länder sind betroffen. Brüssel reagierte mit Vergeltungszöllen auf US-Waren wie Erdnussbutter und Harley-Davidson-Motorräder.

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