Kleine Chronik der deutsch-französischen Freundschaft

Das Adenauer-de Gaulle-Denkmal in Berlin. [shutterstock/360b]

Am Freitag vor 60 Jahren trafen Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle erstmals zusammen. Die Begegnung legte den Grundstein für die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Heute gilt Frieden als eine der größten Errungenschaften der Europäischen Integration. Ganz zentral dabei: Das Ende der deutsch-französischen Erbfeindschaft, deren Wurzeln bis zurück ins 16. Jahrhundert reichen. Heute arbeiten die beiden größten Staaten der EU auf vielen Ebenen eng zusammen. Krieg und Hass scheinen in den letzten 60 Jahren undenkbar geworden zu sein. Ein Überblick über ihre Etappen:

14. September 1958: De Gaulle empfängt Adenauer auf seinem Landwohnsitz in Colombey-les-deux-Eglises, rund 250 Kilometer südöstlich von Paris. In einem gemeinsamen Kommuniqué betonen beide Politiker, dass die frühere Gegnerschaft beider Länder überwunden werden muss und Franzosen und Deutsche in Europa „Seite an Seite“ leben und arbeiten wollen.

22. Januar 1963: De Gaulle und Adenauer unterzeichnen in Paris den Elysée-Vertrag zur deutsch-französischen Zusammenarbeit.

6. bis 8. September 1978: Der französische Präsident Valéry Giscard d’Estaing und Bundeskanzler Helmut Schmidt legen den Grundstein für das Europäische Währungssystem.

22. September 1984: François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl erinnern gemeinsam Hand in Hand in Verdun an die französischen und deutschen Weltkriegs-Opfer.

7. Februar 1992: Unterzeichnung des Maastricht-Vertrages zur europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, die maßgeblich von Mitterrand und Kohl vorangetrieben wurde.

30. November 1999: Als erster Bundeskanzler spricht Gerhard Schröder vor der französischen Nationalversammlung.

22. Januar 2003: Zum 40. Jubiläum des Elysée-Vertrages werden gemeinsame Ministerräte angestoßen.

6. Juni 2004: Zum 60. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie nimmt Schröder als erster Bundeskanzler an den Gedenkfeiern in Frankreich teil.

11. November 2009: Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy nehmen in Paris gemeinsam an den Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkriegs teil.

22. Januar 2013: Den 50. Jahrestag des Elysée-Vertrags würdigen beide Länder mit einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und französischer Nationalversammlung in Berlin und zahlreichen anderen Festveranstaltungen.

4. September 2013: Bundespräsident Joachim Gauck besucht mit Frankreichs Staatschef François Hollande Oradour-sur-Glane, wo die SS 1944 insgesamt 642 Zivilisten ermordete.

26. September 2017: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigt in einer Rede eine noch engere Partnerschaft mit Deutschland und Pläne zur „Neugründung“ der EU an.

10. November 2017: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Macron eröffnen im Elsass die erste deutsch-französische Gedenkstätte für die Toten des Ersten Weltkriegs.

22. Januar 2018: Deutsch-französische Feierstunde zum 55. Geburtstag des Elysée-Vertrags; die Parlamente beider Länder schlagen einen neuen Freundschaftsvertrag vor. Er wird derzeit ausgearbeitet und soll 2019 feierlich unterzeichnet werden.

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