Kim Jong-Un hat Frühlingsgefühle

Kim Jong-Un mit Südkoreas Kulturminister Do Jong-Hwan. [EPA-EFE/KOREA POOL / POOL]

Premiere in Pjöngjang: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat ein Konzert südkoreanischer Künstler in Pjöngjang besucht – als erster nordkoreanischer Machthaber überhaupt. Er sei „dankbar für ein Geschenk wie dieses an die Menschen von Pjöngjang“.

Die Geste fällt in eine Zeit des politischen Tauwetters in den Beziehungen zwischen den beiden verfeindeten koreanischen Staaten. Kim dankte den südkoreanischen Künstlern dafür, dass sie einen „Frühling des Friedens“ eingeläutet hätten, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

Kim verfolgte gemeinsam mit seiner Frau Ri Sol Ju – einer ehemaligen Sängerin – das Konzert im vollbesetzten, 1500 Menschen fassenden Großen Theater von Pjöngjang. Bildaufnahmen zeigten, wie das Ehepaar während der Aufführung munter mitklatschte. Demnach schüttelte Kim hinter der Bühne den südkoreanischen Stars die Hände und posierte für Fotos mit ihnen.

Er habe „großes Interesse für die Lieder und Texte“ gezeigt, sagte ein Vertreter der südkoreanischen Delegation den anwesenden Reportern. Zudem habe sich Kim für mehr gemeinsame Kulturveranstaltungen ausgesprochen und ein weiteres Konzert für den Herbst in Seoul vorgeschlagen. „Bitte sagen sie (dem südkoreanischen) Präsidenten Moon Jae In, wie großartig eine solche Veranstaltung ist“, sagte Kim demnach.

Kim habe „gesagt, dass es ihn tief bewegt habe zu sehen, wie aufrichtig unseren Zuschauern das Konzert gefallen hat“, schrieb KCNA. Das Konzert habe „das Verständnis für die südkoreanische Populärkultur vertieft“.

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Südkorea und die USA begannen derweil ihre jährliche Militärübung „Foal Eagle“. An dem Manöver nehmen rund 11.500 US-Soldaten und 290.000 südkoreanische Soldaten teil, wie das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte. Das Manöver sollte eigentlich schon im Februar beginnen. Die USA und Südkorea vereinbarten aber, während der Olympischen Winterspiele und der Paralympics in Südkorea im März auf gemeinsame Militärübungen zu verzichten.

Die Übung soll den Angaben zufolge nur einen Monat dauern – üblicherweise dauert sie doppelt so lange. In diesem Jahr sollen dem südkoreanischen Militär zufolge zudem weniger strategische Waffen zum Einsatz kommen. Die nordkoreanische Regierung wertet die gemeinsamen Militärmanöver Südkoreas mit den USA normalerweise als Provokation. In den vergangenen Wochen hat sich Pjöngjang jedoch kaum zu dem Thema geäußert.

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