Kasachstan und Belarus besprechen Öl-Lieferdeal

Freundschaft! Ein Teil der Druschba-Pipeline am Standort der PCK-Ölraffinerie in Schwedt an der Oder. [Clemens Bilan/EPA/EFE]

Kasachstan und Weißrussland werden noch vor dem 20. Januar über ein Öl-Lieferabkommen diskutieren, teilte der kasachische Energieminister Nurlan Nogajew am Mittwoch (15. Januar) mit – ohne zu erklären, warum man sich gerade auf dieses Datum festgelegt hat.

Belarus, das in diesem Jahr keine Einigung mit seinem wichtigsten Öllieferanten Russland erzielen konnte, hat der Ukraine, Polen, Kasachstan, Aserbaidschan und den baltischen Staaten Vorschläge zum Kauf von Öl unterbreitet.

Russische Ölgesellschaften, darunter Rosneft Gazprom Neft, Lukoil und Surgutneftegaz, haben seit dem 1. Januar ihre Lieferungen ins Nachbarland ausgesetzt, solange Moskau und Minsk weiter über die Vertragsbedingungen streiten.

Russland und Belarus hatten in den vergangenen zehn Jahren mehrere Öl- und Gasstreitigkeiten. Diese werden gerne als Symbol der Hassliebe zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko dargestellt.

Putin und Lukaschenko hatten wiederholt mit der Idee einer politischen Integration ihrer beiden Länder gespielt, aber der autokratische belarussische Führer, der bereits 1994 an die Macht kam, hat letztendlich immer wieder Rückzieher gemacht.

Einige Jahre nach dem Amtsantritt Putins im Jahr 2000 hatte dieser die Regierung aufgerufen, an der Beendigung der Subventionen für Belarus zu arbeiten – darunter billiges Öl für wie weißrussischen Raffinerien sowie günstige Gaspreise.

Belarus selbst ist stark von russischer Energie abhängig und dient auch als wichtiger Transitweg für russisches Öl und Gas nach Europa.

Etwa 10 Prozent des Öls für Mitteleuropa (1 Million Barrel pro Tag) kommen derzeit durch die Pipeline Druschba (Freundschaft) über Belarus. Die Pipeline, die noch zu Sowjetzeiten gebaut wurde, versorgt Deutschland, Polen, die Slowakei, Ungarn und die Tschechische Republik.

Das russische Unternehmen Transneft erklärte am 3. Januar, man habe seit Anfang des Jahres keine Anträge russischer Ölgesellschaften auf Rohöllieferungen nach Belarus mehr erhalten. „Der Öltransit durch Belarus setzt sich jedoch in vollem Umfang fort,“ wurde der Sprecher von Transneft, Igor Demin, zitiert.

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