Kasachstan öffnet Häfen und Flughäfen für EU-Investoren

"Wir sind bereit, die verbleibenden 22 kasachischen Flughäfen europäischen Investoren zur Verfügung zu stellen, damit sie zu einem echten Transitknotenpunkt zwischen Asien und Europa werden", sagte der kasachische Verkehrsminister Marat Karabajew (Bild L). [Embassy of Kazakhstan, X, formerly Twitter]

Kasachstan hat am Montag (29. Januar) angekündigt, seine Häfen Aktau und Kuryk am Kaspischen Meer sowie 22 Flughäfen für europäische Investoren zu öffnen. Man möchte damit einen Transitknotenpunkt zwischen Asien und Europa aufbauen.

Der kasachische Verkehrsminister Marat Karabajew kündigte dieses Angebot in Brüssel bei der Eröffnung eines zweitägigen Verkehrsforums zum Thema Transitverbindungen zwischen der EU und Zentralasien an.

„Wir sind bereit, die verbleibenden 22 kasachischen Flughäfen europäischen Investoren zur Verfügung zu stellen, damit sie zu einem echten Transitknotenpunkt zwischen Asien und Europa werden“, sagte Karabajew.

Darüber hinaus kündigte der Minister eine ähnliche Partnerschaft für die Seehäfen des Landes am Kaspischen Meer, Aktau und Kuryk, an.

An dem Forum nahmen zahlreiche Beamte, aber auch eine Vielzahl von Wirtschaftsvertretern teil.

Zu den hochrangigen Teilnehmern gehörten Regierungsvertreter der fünf zentralasiatischen Länder sowie hohe EU-Beamte, darunter der Exekutiv-Vizepräsident der Kommission Valdis Dombrovskis, der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und die für Verkehr zuständige Kommissarin Adina Valean.

Karabajew betonte die Schlüsselposition Kasachstans und dankte den europäischen Partnern für die Stärkung der Beziehungen zu den zentralasiatischen Ländern durch die Global-Gateway-Initiative.

EU-Kasachstan: Beziehung sollen nicht nur auf Rohstoffen basieren

Der wirtschaftliche Austausch kritischer Rohstoffe zwischen der EU und Kasachstan ist für beide Seiten von Vorteil. Beide Seiten sind sich jedoch einig, dass man über diese Beziehung hinausgehen muss, um sie in Zukunft stärken zu können.

Die Global Gateway-Strategie wurde als Alternative zu den eine Billion schweren Investitionskrediten der chinesischen Seidenstraße-Initiative (BRI) vermarktet, die vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, um die Welt nach dem Vorbild der alten Seidenstraße mit Peking zu verbinden. Das chinesische Kredit-Programm wird jedoch auch oft als „Schuldenfalle“ für Entwicklungsländer bezeichnet, die die hohen chinesischen Kredite und Zinsen nicht zurückzahlen können.

Karabajew wies zunächst auf die deutliche Zunahme des Straßen- und Eisenbahnverkehrs in Kasachstan hin und betonte dann, dass auch der Luftverkehr exponentiell gewachsen sei und sich die Nutzung des kasachischen Luftraums in den letzten zwei Jahren verdoppelt habe.

Nach Einführung der westlichen Sanktionen gegen Russland infolge seines Einmarsches in der Ukraine wurden viele internationale Flüge über den kasachischen Luftraum umgeleitet.

Karabajew erklärte, Kasachstan sei das einzige Land des postsowjetischen Raums, das die Fünfte Luftverkehrsfreiheit unterzeichnet habe. Dieses internationale Abkommen erlaubt es jeder europäischen Fluggesellschaft, von jedem Punkt in Europa zu jedem Punkt in Kasachstan zu fliegen.

Im Bereich der Zivilluftfahrt, so der Minister, seien die beiden größten Flughäfen bereits in Privatbesitz übergegangen. Der Flughafen von Almaty sei an das türkisch-französische Unternehmen TAV, welches auch den Flughafen von Paris verwaltet, übertragen worden und der Flughafen von Astana an das Unternehmen Terminals, das die Flughäfen von Abu Dhabi verwaltet.

In der derzeitigen geopolitischen Lage haben diese Flughäfen als Teil des Mittleren Korridors, der China mit der EU verbindet, an Bedeutung gewonnen.

Neuer Korridor nach Asien: Kommissionsvizepräsident erkundet Zentralasien

Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas wird in Kürze seine Reise durch fünf zentralasiatischen Länder abschließen. Diese Reise findet im Vorfeld eines Investorenforums für den transkaspischen Verkehrskorridor statt, der seit den Sanktionen gegen Russland und den Iran an Bedeutung gewinnt.

Der Minister erklärte, sein Land beabsichtige, die Seeflotte zu stärken und im Hafen von Aktau ein Containerzentrum einzurichten, dessen Bau in diesem Jahr beginnen soll. Für neue Investoren bietet Kasachstan 171 Hektar zur Entwicklung von Terminalkapazitäten an.

Bis 2029 soll ein Großprojekt zur Herstellung von „grünem“ Wasserstoff mit einer Kapazität von 40 Gigawatt realisiert werden. Der Hafen von Kuryk soll dann zwölf Millionen Tonnen „grünes“ Ammoniak transportieren und damit einen „grünen Korridor“ in Richtung Europa bilden, so Karabajew.

Was den Seeverkehr anbelangt, so sagte er, dass der Güterumschlag in den Seehäfen Aktau und Kuryk innerhalb eines Jahres um 86 Prozent gestiegen sei und 2023 2,8 Millionen Tonnen im Vergleich zu den 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 2022 erreicht habe.

„In diesem Jahr planen wir, diesen Indikator auf 4,5 Millionen Tonnen zu erhöhen, und bis 2025 werden wir sechs Millionen Tonnen transportieren“, sagte der Minister.

Karabajew zufolge werden die Häfen jetzt hauptsächlich von kasachischen Exporteuren genutzt, aber sein Land ermutigt europäische Unternehmen, kasachische Standorte als Haupttransitstrecke zwischen Europa und Asien zu nutzen.

Kasachstan biete europäischen Unternehmen an, die Häfen Aktau und Kuryk auf einer „Ship-or-pay“-Basis in treuhänderische Verwaltung zu übergeben.

Der Minister lud europäische Unternehmen zur Teilnahme am New Silkway Transport Forum ein, das vom 19. bis 21. Juni in Astana stattfinden wird. Außerdem werde im September dieses Jahres in Kasachstan ein großes Investitionsforum über die Partnerschaft zwischen der EU und Kasachstan in der Transportindustrie abgehalten.

In seiner Grundsatzrede erklärte Dombrovskis, er sei sehr erfreut darüber, dass die auf der Konferenz anwesenden internationalen Partner Investitionen in Höhe von zehn Milliarden Euro für die Entwicklung einer nachhaltigen Verkehrsanbindung in Zentralasien bereitstellen wollen.

Dazu zählen auch neue Zusagen der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 1,5 Milliarden Euro, die durch die offene Architektur der Kommission für Investitionsgarantien noch erhöht werden sollen.

[Bearbeitet von Alice Taylor/Kjeld Neubert]

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