Kasachstan bietet humanitäre Hilfe für Kirgistan und Tadschikistan

Der Präsident Kasachstans, Qassym-Schomart Toqajew. [Sergei Kovalenko/EPA/EFE]

Angesichts der Covid-19-Krise hat Kasachstan seinen zentralasiatischen Nachbarn Kirgistan und Tadschikistan humanitäre Hilfe angeboten. Das Land reagierte damit auf Bitten aus den Hauptstädten Bischkek und Duschanbe.

Der Präsident Kasachstans, Qassym-Schomart Toqajew, traf Anfang dieser Woche die Entscheidung, den beiden Nachbarstaaten humanitäre Hilfe zu leisten. Diese umfasst 5.000 Tonnen kasachisches Mehl für jedes Land, im Wert von mehr als drei Millionen US-Dollar.

Sowohl Kirgistan als auch Tadschikistan haben bereits einen Antrag auf IWF-Notfallfinanzierung gestellt. Ein IWF-Beamter sagte, Tadschikistan könne möglicherweise den Gegenwert seiner IWF-Quote erhalten, die sich auf etwa 240 Millionen Dollar beläuft. Das Nachbarland Kirgistan, das bereits 121 Millionen Dollar aus dem Fonds erhalten hat, hat darum gebeten, diese Summe zu verdoppeln und damit seine eigene Quote ebenfalls voll auszuschöpfen.

Tadschikistan hat bisher keine Coronavirus-Fälle auf seinem eigenen Territorium bestätigt. Es wurden jedoch „mysteriöse Todesfälle“ gemeldet, deren Symptome dem Coronavirus sehr ähnlich sind. Am Donnerstag (16. April) gab es in Kirgistan derweil 466 bestätigte Infektionen und fünf Todesfälle in Verbindung mit COVID-19.

Kirgisistan hat darüber hinaus einen Antrag auf Schuldenerlass von Seiten Chinas gestellt.

In einem Telefongespräch mit Präsident Toqajew, brachte Emomali Rahmon, der Präsident von Tadschikistan, seine Dankbarkeit für die humanitäre Hilfe und Unterstützung Kasachstans für das tadschikische Volk zum Ausdruck. Er bedankte sich auch für die Hilfe beim Ausfliegen tadschikischer Bürgerinnen und Bürger in ihr Heimatland und für den Transit von Waren durch das Staatsgebiet Kasachstans.

Während eines weiteren Telefongesprächs zwischen dem Außenminister Kasachstans, Mukhtar Tleuberdi, und dem Außenminister Kirgistans, Tschynggys Aidarbekow, dankte letzterer ebenfalls Kasachstan für die Entscheidung, humanitäre Hilfe zu leisten.

Kasachstan unternimmt weitere aktive Schritte zur Bekämpfung der globalen Coronavirus-Pandemie und leistet den Partnerländern weiterhin humanitäre Hilfe. Es war beispielsweise eines der ersten Länder, das China im Februar inmitten der COVID-19-Pandemie partnerschaftliche Unterstützung leistete und mehrere Lieferungen medizinischer Schutzausrüstung durchführte.

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In einer kürzlich gehaltenen Rede betonte der Erste Präsident Kasachstans, Nursultan Nasarbajew, dass die Hilfe für nahe oder entfernte Nachbarn für die Außenpolitik des Landes von größter Bedeutung sei.

Infolge der Systemreformen habe die Wirtschaft des Landes, die zuvor hauptsächlich auf den Export von Mineralien und Öl angewiesen war, sich diversifiziert und die Landwirtschaft einen starken Entwicklungsimpuls erhalten: Laut Nasarbajew versorge sich Kasachstan daher nicht nur zuverlässig selbst mit Fleisch, Milch und anderen Nahrungsmitteln, sondern ist auch zu einem der sechs führenden Länder der Welt im Getreideexport geworden.

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