Kampf gegen Ebola: erste EU-Unterstützung für DR Kongo

Eine Wandmalerei über die Gefahren von Ebola in Monrovia, Liberia, 22 März 2015 [Ahmed Jallanzo/ EPA]

Die EU hat gestern angekündigt, einen ersten Hilfsflug in das von Ebola betroffene Gebiet in der Demokratischen Republik Kongo zu schicken.

Die Ankündigung aus Brüssel folgte kurz nachdem das afrikanische Land den vierten Todesfall, der vermutlich auf das Virus zurückgeht, mitgeteilt hatte. Inzwischen sind in der riesigen, aber armen und politisch instabilen ehemaligen belgischen Kolonie 37 potentielle Fälle bekannt. Laut Informationen von Reuters werden derzeit 416 Personen überwacht, die Kontakt mit den Ebola-Infizierten hatten.

Der erneute Ausbruch ereignete sich ungefähr zwei Jahre nach der Ebola-Epidemie in Westafrika, von der damals insbesondere Sierra Leone, Guinea, Liberia und Nigeria betroffen waren. Im Moment scheint es, dass der neuerliche Ausbruch auf den Nordosten der DR Kongo beschränkt ist.

Erneuter Ebola-Ausbruch: Kommission bietet DR Kongo Unterstützung an

Die WHO hat den Ausbruch von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo gemeldet. Die Europäische Kommission kündigte an, die EU könne Hilfe bereitstellen.

In Brüssel sagte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz Christos Stylianides: „Es ist sehr wichtig, dass wir die betroffenen Gebiete schnell erreichen und frühe Maßnahmen gegen die Ausweitung von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo ergreifen. Die Lufthilfe der EU wird spezialisiertes Personal und Medikamente in den Nordosten des Landes liefern.“

Auf Anfrage des Gesundheitsministeriums der DR Kongo und von UNICEF werde Ende der Woche ein Fracht- und Passagierflugzeug der EU Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz (DG ECHO) von Kinshasa, der Hauptstadt des Landes, nach Buta fliegen. Es soll 2500 kg Gerätschaften und Medizin sowie ausgebildete Fachkräfte transportieren. Das betroffene Gebiet ist außer über den Luftweg kaum zu erreichen.

„Die EU ist bestrebt, weitere Hilfe zu leisten und eng mit den nationalen Behörden, der Weltgesundheitsorganisation sowie den internationalen medizinischen NGOs und Agenturen zusammenzuarbeiten“, so Stylianides weiter.

In einem Interview mit EURACTIV.com letztes Jahr sprach Professor Paul Richards darüber, wie westliche medizinische Einsätze gegen Ebola mit traditionellen afrikanischen Begräbnis- und Trauerpraktiken in Einklang gebracht werden müssen, um die Krankheit möglichst effektiv zu stoppen.

Ebola: "Der Virus ist noch immer da"

Ebola forderte in Westafrika 11.000 Menschenleben, löste weltweit Panik aus und veranlasste die EU und ihre Staaten zu Milliarden-Hilfen. Manche Lehren seien in der Hysterie untergegangen, warnt der Autor Paul Richards im Interview mit EURACTIV Brüssel.

 

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